Kreative Geschenke

Was schenkt man jemand, der Kaufdiät macht? Ein toller Tipp ist diese Webseite, die ich liebe: www.zeit-statt-zeug.de.

Aber auch meine Freunde hatten tolle Ideen und es ist Zeit, den Einsatz meiner Freunde für mein Experiment zu würdigen: Vielen Dank für die tollen Gedanken, die ihr euch gemacht habt, um mir zu meinem Geburtstag Alternativen zu neuen Gegenständen zu schenken!

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Noch nie habe ich zu einem Geburtstag so viele Blumen bekommen! Der Kellner im Café hat bei der Feier schließlich auf Wasserkaraffen zurückgreifen müssen. Eigentlich kein großer Fan von Schnittblumen konnte ich mich nach dem  Winter jetzt doch sehr an dem duftenden Blütenmeer freuen. Einige stehen immer noch bei uns, wie ihr auf dem Foto seht.

 

Dann kann ich mich nun auf einen von einer Freundin organisierten Wanderausflug freuen sowie auf einen Tapas-Abend. Dank eines Gutscheins für einen Tapas-Lieferservice! Was für eine schöne Idee, ich freue mich schon, Euch dazu einzuladen. Dann werde ich in Kürze noch eine einstündige Thai-Massage genießen. Auch Gutscheine für Kosmetikprodukte und Online-Hörbücher fand ich recht kreative Ideen, die gut zur Kaufdiät passen.

Am lustigsten war sicher das Stopf-Ei von einer Freundin, die sich ernsthafte Sorgen um unsere Sockenversorgung macht, wenn wir nur 12 neue Dinge kaufen wollen. Zu recht muss ich zugeben. Hier mehr dazu.

Doch auch ein neuer Gegenstand hat es anlässlich meines Geburtstags unter die 12 auserwählten Gegenstände geschafft: Lang ersehnt und der Kauf seit vielen Jahren aufgeschoben: Neue Schlittschuhe für meine Eislaufleidenschaft.

Vielen Dank Ihr Lieben!

 

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Teekanne meines Lebens

Als ich sie vor fast 20 Jahren von meiner Mutter für meine erste eigene Wohnung geschenkt bekam, ahnte ich nicht, dass sie die Teekanne meines Lebens werden würde: Sie begleitete mich durch sämtliche WGs und lebte mit mir in sechs Städten. Wenn ich es recht bedenke, hat eigentlich jeder Mensch, der in meinem Erwachsenenleben eine Rolle gespielt hat, aus ihr Tee getrunken. Meine Teekanne ist länger bei mir als mein Mann.

IMG_0104Dank Kaufdiät sehe ich das zum ersten Mal so. Denn eigentlich ist sie nicht einmal besonders schön. Ehrlich gesagt, warte ich seit Jahren darauf, dass sie endlich kaputt geht. Bei jedem Besuch im Teeladen bewundere ich seit Jahren sehnsüchtig die dort ausgestellten Modelle und male mir aus, welche ich kaufen werde, wenn der Tag X endlich eintritt.

Letzte Woche war es endlich soweit: Der Korbhenkel gab endgültig den Geist auf. Jede weitere Verwendung wäre eine ernstzunehmende Gefahr gewesen. Klar, dass das nach 20 Jahren ausgerechnet in meiner Kaufdiät passieren musste. Egal, ich war gewillt, eine neue Teekanne zu den 12 auserwählten Gegenständen zählen zu lassen.

Schon beim Betreten des Teeladens merkte ich zu meiner Überraschung, dass es eigentlich keine Teekanne gab, die mir würdig erschien, die nächsten 20 Jahre mit mir zu teilen. Zur Ehrenrettung meines Teeladens muss ich sagen, dass alle dort ausgestellten Modelle meine olle Kanne an Design und Eleganz ganz außerordentlich übertrafen. Aber wenn man nur 12 Gegenstände im Jahr kaufen will, erhöhen sich plötzlich die Maßstäbe an den einzelnen Kauf. Und die unglaubliche Lebensdauer meiner Teekanne hatte den Teekannenkauf fast zu so etwas wie einer Lebensentscheidung gemacht: Welches Design würde mir in 20 Jahren immer noch gefallen? Absolut zeitlos musste es sein! Was mich außerdem zögern ließ: Die Teekanne meiner Wahl hätte sage und schreibe 65 € gekostet – das spricht ja eigentlich für den Laden – keine billige Massenware – aber 65 €??? Für eine Teekanne???

Also fragte ich – nur mal so zur Info – ob man eigentlich auch Henkel für Kannen nachkaufen kann. Aus einer Schublade in einem ihrer Schränke holte daraufhin die Verkäuferin einen wunderschönen Korbhenkel für 1,50 €. Damit ging ich nach Hause – irgendwie erleichtert, dass ich keine so schwerwiegende Lebensentscheidung mehr treffen musste. Und weil ich wegen meiner Kaufdiät erstmals darüber nachgedacht habe, wie verdammt lange mich diese Teekanne schon begleitet, hat sie plötzlich nochmal einen ganz anderen sentimentalen Stellenwert bekommen.

 

 

Uhrensterben in unserer Küche

Alle Uhren in unserer Küchen verenden auf mysteriöse Weise innerhalb kürzester Zeit. Die dritte Uhr ihrer Art verabschiedete sich vor kurzem aus ihrem Dienst, nachdem sie gerade einmal ein knappes Jahr die Wand unserer Küche geziert hatte. Auch ihre beiden Vorgängerinnen lebten bei uns nur zwischen 2 und 10 Monaten. Das könnte entweder an unserer Küche liegen oder aber daran, dass alle diese Uhren von einem bekannten Möbelschweden stammten und jeweils unter 15 € gekostet haben.Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, wie man so dusselig sein und dreimal denselben Fehlkauf begehen kann? Eigentlich waren es nur zwei Fehlkäufe – beim ersten Mal glaubt man ja noch an einen blöden Zufall und schick sind sie ja schon beim Möbelschweden. Die dritte Uhr bekamen wir dann von jemand, der sie nicht mehr brauchte.

Aber jetzt ist Schluss  mit dem China-Schund! Ersatz muss aber her, denn ich habe keine Armbanduhr und Zeitmanagement ist vor allem in der Küche extrem wichtig für eine Familie – besonders in den hektischen Morgenstunden. Mit der Uhr konnte ich den Kindern immer eine gute Orientierung bieten („Schaut, wenn der große Zeiger da ist, müssen wir los, und er ist schon ganz nah!“). Außerdem lernten sie so schon immer ein bisschen Uhren lesen.

Eine Weile liebäugelte ich nun mit einer wunderschönen, gebrauchten Uhr, die ich auf Ebay Kleinanzeigen gefunden hatte. Aber ist die es wirklich wert, zu den 12 ausgewählten Ehren-Gegenständen zu zählen, die dieses Jahr in unseren Haushalt dürfen?

Stattdessen habIMG_0069e ich dann doch noch eine zwar nicht schöne, aber ganz pragmatische Alternative gefunden: In einer Schublade vegetierte noch ein uralter Wecker – der muss noch aus der Vor-Handy-Epoche stammen und scheint noch europäische Qualitätsarbeit zu sein, denn er geht nach …. Jahren immer noch und tut jetzt mit der Batterie der kaputten Uhr versehen prima seinen Dienst. Wie gut, dass ich so ein Messie bin und mein geplantes Ausmist-Programm immer noch nicht konsequent durchgezogen habe…

Braucht die Welt noch Kugelschreiber?

Ich habe in meinen Leben noch nie einen Kugelschreiber gekauft. Dennoch besitze ich 38 Kugelschreiber. Diese spontane Bestandsaufnahme wurde ausgelöst dadurch, dass meine Kugelschreiber nicht mehr in meinen Schreibtischbutler passten. Wo kommen die eigentlich alle her? 6 stellten sich als offensichtliches Diebesgut heraus: Ich habe sie leider unabsichtlich aus dem Büro entwendet. Das war wirklich keine Absicht, schließlich besitze ich ja eindeutig bereits genug Kugelschreiber. Ich werde sie morgen sofort zurückbringen. Schließlich ist Diebstahl von Büromaterialien eindeutig ein Kündigungsgrund.
Bleiben 32 Kugelschreiber unbekannter Herkunft. Nach den Beschriftungen zu urteilen sind mir ca. die Hälfte der anderen Kugelschreiber ebenfalls in beruflichen Kontexten als Werbegeschenk zugeflossen. Das ist wohl ein Fall für den Korruptionsbeauftragten. Aber bislang hat mich noch keine Kugelschreiberaufschrift zu irgendeiner Auftragsvergabe bewegt. Viele Firmen kenne ich nicht einmal – außer die auf den billigen, schlechten Kugelschreibern, da ärgert man sich nämlich jedesmal über die Firma.

 

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 Bleibt mein persönlicher Kugelschreiberbedarf. Wie viele Kugelschreiber braucht man überhaupt? Nehmen wir mal an, unsere Familie bräuchte pro Person einen Kugelschreiber, außerdem einen in jedem Raum der Wohnung und noch 3 Ersatzexemplare auf dem Schreibtisch. Das ist eindeutig das Gegenteil von Minimalismus, sondern eine ganz üppige Ausstattung. Das ergibt für uns einen Familienbedarf von 11 Kugelschreibern. Die Lebensdauer von Kugelschreibern ist erstaunlich: Ein Funktionstest ergab, dass erfreulicherweise über 90 % meiner Kugelschreiber einwandfrei funktionieren (nur 3 mussten aussortiert werden, 2 wären mit neuer Mine wieder eingesetzbar). Es funktionierten sogar die, die nach der Aufschrift zu urteilen mindestens 8 Jahre alt sein müssen. Ich kann also davon ausgehen, dass unsere Familie für die nächsten 24 Jahre genug Kugelschreiber besitzt. Und sollten dann unsere Kugelschreiber plötzlich reihenweise schlapp machen, könnte man Minen nachkaufen, wie beruhigend!
Wozu braucht man im digitalen Zeitalter eigentlich überhaupt noch Kugelschreiber? Hier meine privaten Einsatzbereiche
  • Einkaufszettel schreiben
  • Termine in Familienterminplaner eintragen
  • sich in aushängende Listen im Kindergarten eintragen (gefühlt 1x die Woche, aber da hängen dann auch immer schon Kugelschreiber dabei)
  • Formulare ausfüllen (max. 3x im Jahr)
  • einen Brief schreiben (2x im Jahr, ausbaufähige Nutzung!) – für Weihnachts- und Geburtstagskarten nutze ich schöne Gelschreiber
  • Urlaubspostkarten (max. 15 im Jahr, meistens habe ich dann aber eh gerade keinen Kugelschreiber dabei und nehme einen der Airline, des Hotels…)
  • eine Kurznachricht für den Paketboten oder sonstwen schreiben (max. 3x im Jahr)
  • sich was notieren (wann habe ich das eigentlich zum letzten Mal so ganz analog gemacht und wo ist diese Notiz dann wohl gelandet?)
  • in dienstlichen Besprechungen brauche ich natürlich häufiger Kugelschreiber, aber dafür habe ich ja im Büro auch noch welche (die nicht von mir Entwendeten).
Brauche ich für diese doch sehr überschaubaren Einsatzzwecke zu Hause überhaupt  11 Kugelschreiber? Selbst wenn ich von der oben beschriebenen üppigen Ausstattung ausgehe, die mir wirklich einen sofortigen Kugelschreiberzugang immer und überall garantiert, habe ich immer noch 22 Kugelschreiber zu viel. Was könnte ich mit diesen Kugelschreibern anfangen? Kennt Ihr vielleicht jemand, der dringend Kugelschreiber braucht? Gibt es eine Weltgegend, in der Kugelschreiber benötigt werden, vielleicht sogar Wertgegenstände darstellen? Und wie könnte man sie dahin spenden? Ein in der Entwicklungshilfe bislang völlig vernachlässigtes Feld. „Kugelschreiber für Afrika“ – da könnte ich wirklich Gutes tun. Oder haben Flüchtlinge vielleicht zu wenig Kugelschreiber? Oder Hartz-IV-Empfänger, die vielleicht mangels Job nicht über so gute kostenlose Kugelschreiberquellen verfügen wie ich? Ich bin für jeden Tipp dankbar, denn ich habe ein offensichtliches Kugelschreiber-Entsorgungsproblem. Oder ich muss einen neuen, größeren Schreibtischbutler anschaffen.
Ganz ehrlich – ich glaube, es gibt auf der Welt genug Kugelschreiber. Vielleicht von einigen entlegenen Weltgegenden mal abgesehen. Und wenn man alle vorhandenen Kugelschreiber mit neuen Minen ausstatten würde, sobald diese leer sind, anstatt sie wegzuwerfen, wäre vermutlich der Kugelschreiber-Weltmarkt für die nächsten Jahrzehnte bestens gesättigt und Kugelschreiberhersteller müssten sich dringend neu orientieren. Ich habe das Gefühl, ich bin hier auf ein problematisches, bislang wenig diskutiertes Phänomen gestoßen. Vermutlich, weil es zu belanglos erscheint. Oder liege ich hier völlig falsch und nur ich bin erfreulicherweise so überreich mit Kugelschreibern gesegnet? Wie viele Kugelschreiber habt Ihr denn so?
Nachtrag: Als ich heute die entwendeten Kugelschreiber reumütig ins Büro zurückbrachte, gab es dort nicht genug Platz in meinem Schreibtisch-Butler. Ich habe die übrigen unauffällig auf die Schreibtische der Kollegen verteilt – sofern es in deren Butlern noch Platz gab.
Nachtrag II: Ich bin übrigens kein notorischer Kugelschreiberdieb, da ich dank meines Kugelschreiberüberflusses mir stets den Luxus leisten kann, mindestens einen Kugelschreiber in meiner Handtasche mitzuführen. Deswegen werde ich selbst häufig Opfer von Kugelschreiber-Schnorrern. Aber da kann ich großzügig sein. Vielleicht sollte ich im Gegenteil meinen Mitmenschen in Zukunft aktiv meine überzähligen Kugelschreiber aufnötigen.

Der erste Kauf trotz Kaufdiät…

Gleich zu Beginn unserer Kaufdiät musste ich mich heute gleich in die Höhle des Konsumlöwen begeben – das hiesige Shoppingzentrum – denn der kleinen Maus taten in ihren Schuhen die Füße weh (Kinderschuhe und -kleider sind übrigens von unserer Kaufdiät ausgenommen). Da für diesen dringenden Kauf nur der heutige Tag infrage kam, musste ich trotz müder, etwas angeschlagener Kinder die Expedition ins Einkaufszentrum wagen. Also ab in den Bus, wo die kleine Maus sofort einschlief, so dass ich sie erstmal schlafend ins Einkaufszentrum tragen musste.

Im Spießrutenlauf zwischen all den glitzernden Verlockungen dieses herrlichen Konsumtempels widerstand ich tapfer den Versuchungen „Sale“, „20 % Rabatt“, ja sogar dem sirenenhaften Zuruf einer Verkäuferin, es gäbe gerade jetzt auf ermäßigte Produkte nochmals 10 % Rabatt.  Jedesmal, wenn ich einer Verlockung zu erliegen drohte, schoss ich schnell mit dem Handy ein paar Fotos, mit denen ich nun als Beispiele für Konsumwahnsinn nach und nach diesen Blog verschönern kann.

Ich begab mich also statt meines gewohnten und geliebten Shopping-Zick-Zack-Erkundungslaufs relativ zielstrebig zum anvisierten Schuhgeschäft meines Vertrauens.  Wir erwarben solide Markenschuhe mit Öko-Test-Label für den Frühling für beide Kinder. Im Geschäft kämpfte ich mich eisern vorbei an wunderschönen Damenschuhen, dem herrlichen Stiefel-Ausverkauf und den neuen Frühlingsmodellen und wollte uns gerade durch den Ausgang des Einkaufszentrums manövrieren, als die Stimmung bei den Kinder endgültig kippte.

An der Hand zwei brüllende (weil übermüdete) Kinder, die Dreijährige dabei, sich trotzend auf den Boden zu werfen, fiel mir ein, dass ich ja auch noch Kleingeld für den Bus brauchte und rettete mich mit den beiden in einen Zeitschriften- und Tabakladen, der mit seinen bunten Heften sofort die Aufmerksamkeit der beiden Schreihälse fesselte und augenblicklich für Ruhe sorgte. Nun ja, was soll ich sagen? Ich fürchte, ich muss am ersten Tag der Kaufdiät schon den ersten Fehltritt beichten: Ein Mickeymaus-Comic für 5,99 €, der dafür sorgte, dass die beiden widerstandslos zum Bus marschierten, stolz ihren Schatz in Händen, sich dort während der 15-minütigen Wartezeit auf den verspäteten Bus  trotz Eiseskälte bestens amüsierten und brav nach Haus trotteten.

 

Tja, das war also wohl wieder so ein vermaledeiter Konsumfallstrick, der einen im Nachhinein furchtbar ärgert. Ich nehme die Kaufdiät offensichtlich noch nicht ernst genug! Und wie schade um die herrlichen Stiefel im Sonderangebot, die ich stattdessen genauso gut hätte kaufen können und die ich wirklich hätte brauchen können!  Na ja, wenn ich ehrlich bin: Wahrscheinlich würde ichs in der Hilflosigkeit des Augenblicks wieder so machen, eigentlich fällt mein Fehltritt ja auch fast in die Rubrik Notfälle. Aber insgesamt ist der Tag trotz dieses Fehlkaufs als durchschlagender Erfolg der Shopping-Diät zu verbuchen, weil ich noch nie, nie, niemals mit lediglich einem  kleinen Comic-Heftchen als einzigen ungeplanten Kauf diesen Konsumtempel verlassen habe. Und die Ökobilanz dieses Büchleins, das scheinbar sogar auf Recycling-Papier gedruckt ist, ist jedenfalls auch viel besser als die von neuen Stiefeln…