Auferstehung der Schrankleichen

 

Ich habe nix zum Anziehen! Das behauptet jede Frau vor dem vollen Kleiderschrank, oder? Aber bei mir verschärft sich die Situation, weil ich in Sachen Kleiderschrank eigentlich immer schon relativ minimalistisch unterwegs war. Der geduldigste Ehemann von allen und ich haben jeweils „nur“ einen Meter Kleiderschrank-Stange, ein Schrankfach und 2,5 Schubladen zur Verfügung.

Jetzt, wo die Temparaturen wieder wärmer werden und ich meine Sommerklamotten sichten wollte, musste ich erstmal ganz schön schlucken. Was werde ich die nächsten Wochen eigentlich anziehen, wenn ich nichts kaufe? Da wäre zunächst mal mein Hosennotstand: Ich habe derzeit 4 Jeans/lange Hosen mit Löchern. Ok, used look ist glücklicherweise in, darüber habe ich ja schon einen Beitrag geschrieben. Aber ins Büro kann ich das nicht anziehen. Was bleibt: Meine Schrankleichen, die es natürlich auch in meinem überschaubaren Kleiderschrank gibt.

Mit einer dieser Schrankleichen habe ich heute erstmal die Skinny Jeans-Mode-Phase für beendet erklärt und mit einer beigen, weiten Schlaghose ein öffentliches, provokantes neues Mode-Statement abgegeben. Weil das modisch derzeit doch recht ungewöhnlich ist, habe ich ausnahmsweise mal richtig Mühe aufs Styling und einen insgesamt passenden und schicken Look verwendet. Was soll ich sagen: War ein Hingucker und ich habe mich dann sogar ganz gut und als modische Avantgarde gefühlt mit meiner Schrankleiche!

Noch etwas ratlos bin ich mit der Reaktivierung meiner weißen Jeans, die leider noch aus der Nicht-Skinny-Jeans-Phase stammt. Sie ist ungefähr 15 Jahre alt, was man ihr nicht ansieht, weil kaum getragen. (Ihr seht, ich bin ein echter Messie, der nix wegschmeißen kann… Immerhin passe ich noch rein!) Diese Herausforderung ist modisch gesehen so groß, dass ich (!) angefangen haben, Mode-Blogs zurate zu ziehen.  Und dabei allerhand Nützliches über Mode und die ideale Zusammenstellung einer minimalistischen Garderobe gelernt habe, z.B. hier zum Thema  Capsule Wardrobe. Und außerdem konnte ich auf diversen Pinterest-Seiten noch ein paar Tipps sammeln, wie ich meine karierten Hemden-Schrankleichen wieder halbwegs modisch akzeptabel reaktiviere. Teilweise habe ich auch festgestellt, dass es in meiner Garderobe inzwischen ein paar neue Teile gibt, die manche Schrankleichen aufpeppen und plötzlich gut einsetzbar machen. Eine schicke Häkelstrickjacke hat sich da z.B. als modischer Allesretter erwiesen.

Außerdem mein neuer persönlicher Modetrend (in Ermangelung von langen Hosen): Röcke. Da ein Rock irgendwie von vornherein etwas mehr Zusammenstellung erfordert als mein übliches gedankenloses Jeans +Irgendwas, muss ich zugeben, dass die Kaufdiät auch dazu führt, dass  ich häufig besser angezogen bin als früher. Ich muss jetzt eben öfter die schicken Sachen einsetzen.

Leider habe ich noch keine optimale Lösung dafür, wie ich mit meinem jetzt viel schickeren Büro-Outfit auch nachmittags auf dem Spielplatz mit den Kindern eine gute Figur mache. Das ist vor allem ein logistisches Problem, weil „Spielplatzhosen“ hätte ich ja definitiv genug… Aber im Büro umziehen? Also schick rein und dann abgerissen rausschleichen? Na ja, da muss ich noch eine Lösung finden.

Außerdem bin ich jetzt eine gute Kundin bei der Schneiderin geworden – jawohl, meine Kaufdiät sichert Arbeitsplätze in Deutschland!  Eine schwarze Stoffhose mit ausgefranstem Saum habe ich neu säumen lassen, ebenso einen Rock, einen von diesen hauchdünnen transparenten Dingern, den ich wegen Saumauflösung schon verloren gegeben hatte, aber auch nie wegwerfen wollte, weil ich ihn so mochte. Ich hätte nie gedacht, dass die Schneiderin das so gut retten kann! Hat auch nur 15 € gekostet, also  weniger als die Hälfte des Neupreises (ca. 35 €, wenn ich mich richtig erinnere) – der Rock ist jetzt aber wirklich so gut wie neu.

Alles in allem muss ich zugeben, dass ich die Kaufdiät derzeit kleidungstechnisch eigentlich nur durchhalten kann, weil ich meinen Kleiderschrank gerade nicht so gut ausgemistet habe, wie ich mir das immer vorgenommen hatte. Wenn ich alles ausgemistet hätte, was ich die letzten 12 Monate nicht getragen habe, könnte ich jetzt eigentlich kaum noch ins Büro gehen. Und ich hätte nie im Leben gedacht, dass unser Konsumverzicht dazu führt, dass ich mich mal so intensiv mit Mode auseinandersetze. Also, gebt Euren Schrankleichen eine Chance! Manche erwachen zu neuem Leben!

 

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Technik-Downgrading

Es muss eine Verschwörung sein. Auch diese Woche ist wieder mal etwas in unserem Kaufdiät-Haushalt kaputt gegangen. Diesmal ist es unser W-LAN-Stick. Dieser ist bei uns seit 1,5 Jahren im Einsatz, weil die W-LAN-Karte unseres damals 5 Jahre alten Notebooks sich irreparabel verabschiedet hatte. Diese Diagnose und die Empfehlung W-LAN-Stick kostete uns damals 50 € beim PC-Doktor.

Nun ist der Stick also auch kaputt. Und ich bin wieder mal froh, dass wir solche Messies sind und unsere guten Vorsätze zum Ausmisten der Wohnung ständig aufschieben. So konnten wir also dieses Ungeheuer LAN-Kabel wieder hervorkramen, das uns dank seiner bandwurmartigen Ausmaße in wirklich jedem Raum unserer Wohnung mit dem Internet verbinden kann.

Das Wort Internetverbindung bekommt nun wieder einen ganz reellen und sichtbaren Charakter. Und man weiß jetzt immer auf einen Blick, wo das Notebook gerade ist- einfach dem Kabel nach… Es ist zwar nicht gerade ein Beitrag zu „Schöner Wohnen“, auf der anderen Seite hält sich die Stolpergefahr in Grenzen: Wenn das Notebook mit dem Internet verbunden ist, sitzen die Kinder sowieso meistens gerade davor. Und wenn wir dran arbeiten oder Filme sehen, schlafen die Kinder und wir sitzen davor, können also auch nicht drüber stolpern. Und wenn wir nicht online sind, wird das Kabel untern Schrank zur Fritzbox gestopft.

Ich war am Wochenende eigentlich schon auf dem Sprung zum Elektronikmarkt um schnell einen neuen Stick zu besorgen. Der würde ja als Reparaturbedarf gelten und deswegen nicht zu unseren 12 Dingen für dieses Jahr zählen (was mich sofort in alte unreflektierte Kaufimpulse zurückfallen lässt). Aber dann hat es so geregnet, die Kinder wollten gern mit uns Memory spielen, es war so gemütlich… Und jetzt habe ich mich schon fast ein bisschen an die Kabelroutine gewöhnt. Also vielleicht ist der W-LAN-Stick auch so ein Elektronik-Dings, auf das wir eigentlich verzichten können. Wenn wir unbedingt kabellos im Netz unterwegs sein wollen, haben wir ja noch drei Smart-Phones (das meines Mannes, meines + Diensthandy) und ein Tablet zur Auswahl.

Nicht-Käufe

Immer schreibe ich über Fehltritte, Mangelerscheinungen und Probleme unserer Kaufdiät. Höchste Zeit, uns einmal zu loben für alles, was wir alles nicht gekauft haben, seit wir unsere Kaufdiät begonnen haben und unsere Nicht-Käufe in den letzten drei Monaten auch einmal zu würdigen. Ich muss sagen, dass wir vieles nicht vermissen, aber manches auch einen wirklichen Verzicht darstellt.

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Wir haben also trotz eines akuten Bedarfs (bisher) verzichtet auf:

  • eine neue Sonnenbrille für mich – meine alte ist letzten Herbst verloren gegangen – ich philosophiere derzeit, ob eine Sonnenbrille wirklich notwendig ist, mal sehen, wie die Entscheidung ausfällt, wenn es wirklich Sommer wird.
  • einen neuen Wintermantel für mich, was hieß, dass ich im April mit einem löchrigen (!) Mantel rumgelaufen bin, ich fürchte aber, die Anschaffung wird im Herbst nötig werden
  • einen neuen Rucksack für den kleinen Tiger: seiner wurde uns beim Schwimmkurs geklaut! glücklicherweise hat sein neuer Schulranzen einen Turnbeutel, den wir auch als Rucksack verwenden können.
  • neue Jeans für mich: ich leide unter akutem Hosennotstand und habe fast nur noch löchrige Hosen, auch hier wird wohl noch eine Anschaffung früher oder später nötig werden
  • keine einzige neue Strumpfhose für mich, seit Beginn der Kaufdiät stopfe ich fleissig!
  • ein neues CD-Laufwerk für unser Notebook, wir proben hier derzeit, wie weit wir ohne kommen
  • neue (größere) Untersetzer für unsere Balkonpflanzen, unser neuer Nachbar hat sich beschwert, weils beim Gießen tropft, aber die Oma hatte da noch was Geeignetes in ihrem Fundus
  • eine neue Mütze für mich: meine ist im März verloren gegangen, beim Wintersachen wegräumen ist nun zufällig eine ganz Alte, verloren Geglaubte wieder aufgetaucht, was für ein Glück!
  • einen neuen Ball für die Kinder: der Alte ist verloren gegangen, wir haben jetzt den von der Oma genommen.
  • eine neue Wanduhr
  • eine neue Brotzeitbox für die kleine Maus
  • eine neue Teekanne

Das sind alles Dinge, die ich eigentlich für völlig unverzichtbar und wichtig gehalten habe und ich bin sehr stolz, das wir bislang für alles Alternativen finden, reparieren oder den Kauf aufschieben konnten.  Auch das Aufschieben ist eine Strategie geworden, weil wir ja jeden Monat ein Ding kaufen dürfen. Dann müssen wir eben im Notfall einen oder auch mehrere Monate warten. Ehrlich gesagt, haben wir schon eine gewisse „Warte-Liste“ für unsere nächsten dringend nötigen Anschaffungen…

Wir hatten ursprünglich überlegt, ob unsere Kaufdiät nur erlauben soll, kaputte Dinge zu ersetzen. Die obige Liste zeigt, dass das viel zu kurz gegriffen hätte, weil wir dann alle diese kaputten oder verlorenen Dinge einfach nachgekauft hätten.

Dazu kommen all die Dinge, die wir nicht gekauft haben, obwohl es zwar keinen akuten Bedarf gab, aber es halt so verlockend gewesen wäre: Bücher, Schuhe, Kleidung,Spielsachen… Ich mache inzwischen eine Bogen um Tchibo, die Discounter-Wochenangebote bleiben mir glücklicherweise eh erspart, weil wir nur im Bioladen einkaufen. Nur die Schaufenster und vor allem die Buchhandlungen sind echt gefährlich. Und Kaufhäuser betrete ich am besten erst gar nicht… Und wie beim Junkie auf Entzug kann ich inzwischen sagen: Die Versuchung lässt nach, wirklich! (zumindest tagsüber, in meinen Träumen kann das schon mal anders aussehen…. :o))

Shopping-(Alb)Traum

Tagsüber rede ich mir unsere Kaufdiät schön, aber nachts brechen die wahren Begierden durch: Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal in meinem Leben (soweit ich mich erinnern kann) vom Shoppen geträumt. Ich träumte, ich hätte in einem Modegeschäft Kleidung gekauft – zunächst ein Teil nur, ein rotes Oberteil, ein Fehltritt bei der Kaufdiät und dann habe ich plötzlich die Kontrolle verloren und wie wild Kleidungsstücke angehäuft. Mit dem Gedanken „Damit ist die Kaufdiät jetzt sowieso versaut, jetzt kann ich auch alles kaufen, was ich will“ wachte ich dann auf und habe erstmal eine ganze Zeit gebraucht, um zu erkennen, dass das nicht gestern wirklich passiert ist, sondern nur ein Traum war und die Kaufdiät selbstverständlich weitergeht.

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Mein Gott, was will mir dieser Traum sagen? Mein Unterbewusstsein denkt scheinbar nur noch ans Kaufen, tagsüber mühsam kontrolliert von meinem Über-Ich. Ist kaufen ein uns antrainierter, sozusagen moderner Ur-Instinkt, der bei solchen Gelegenheiten durchbricht? Ehrlich gesagt hält sich die objektive Not noch in Grenzen: Ich habe jetzt noch nie wirklich nichts mehr zum Anziehen gehabt. Ok, ich habe inzwischen manchmal einen Engpass bei Hosen und ein Wintermantelproblem, dafür trage ich nun öfter Röcke und jetzt ist es ja auch endlich wärmer!

Vermutlich ist es aber normal, dass man bei Diäten vom Essen träumt, also träume ich eben vom Kaufen. Was für ein Albtraum!

Kaufen für die Freizeit

Wir gehen jetzt in den dritten Monat unserer Kaufdiät und haben tatsächlich schon drei unserer 12 Dinge für dieses Jahr gekauft. Ein paar neue Schlittschuhe für mich als Geburtstagsgeschenk, ein Fahrradhelm für die kleine Maus und ein neues Fahrrad für den kleinen Tiger.

Helm für die Kleine war einfach ein Muss für die kleine Laufradflitzerin, die vielleicht dieses Jahr auch noch radeln lernt. Dafür braucht sie das bisherige Rad des großen Bruders, das ihm als 5-Jährigem jetzt auch mit seinen 12 Zoll definitiv zu klein war.

Also musste noch ein neues Kinderrad für unseren Sohn her, das wir über Ebay Kleinanzeigen gebraucht gekauft und in einem nahegelegenen Stadtteil abgeholt haben.

Und die Schlittschuhe? Die Alten hatte ich vor 20 Jahren zu meinen damals noch aktiveren Eiskunstlaufzeiten gebraucht! gekauft. Jetzt wo ich gemeinsam mit den Kindern wieder im Verein laufe und mit meinen ausgefahrenen Dingern wirklich verletzungsgefährdet bin, hatte ich mir neue Schlittschuhe sehr gewünscht und sie dann vom geduldigsten Ehemann von allen als Geburtstagsgeschenk bekommen.

Mit allen drei Dingen sind wir besonders glücklich, weil sie wegen der Kaufdiät so besonders sind und uns wie ein großer Luxus vorkommen. Aus unserer Sicht waren es wirklich nötige Anschaffungen, zumindest wenn man weiter radeln und eislaufen gehen will, was beides zu unserem Familienleben dazu gehört.

Für mich ist diese Erkenntnis aus unserer Kaufdiät schon etwas überraschend: Freizeitaktivitäten sind bisher für uns der größte Kauftreiber (ich erinnere nur an unseren Kaufdiät-Fehltritt Schwimmnudel, mehr dazu hier…). Und das obwohl wir uns da wirklich für recht bescheiden gehalten haben. Wir pflegen eigentlich keine aufwändigen Hobbys oder Sportarten und die für unsere Freizeitaktivitäten nötige Ausstattung schien uns sehr überschaubar. Dachten wir… Aber wenn ich so all die Bälle, Badmintonschläger, Tischtennisschläger, Laufschuhe, Zelte, Schlittschuhe, Räder, Roller, Helme, Yogahosen, Luftmatratzen, Schlitten… zusammenzähle, muss ich feststellen, dass ich diesen Lebensbereich konsumtechnisch völlig unterschätzt habe. Wenn schon wir Ausstattungs-Puristen, die sich nicht mal Funktionskleidung zum Joggen gönnen, nicht Skifahren, Inlinern und was man sonst so üblicherweise macht, eine solche Liste zusammenbekommen, bekommt man eine Ahnung, was es für den weltweiten Ressourcenverbrauch heißt, wenn im Rest der Welt die Mittelschicht wächst und Zeit & Geld für Freizeitaktivitäten hat.

Das Traurige: Die Freizeitausstattung liegt vermutlich letztendlich übers Jahr gesehen am meisten ungenutzt herum. Das führt mich zu folgendem Entschluss: Uns kommen künftig nur noch Freizeitgegenstände ins Haus, die wir im Durchschnitt mindestens einmal im Monat benutzen, also mindestens 12 Mal im Jahr. Zumindest dieses Kriterium erfüllen unsere drei Gegenstände, die wir uns in der Kaufdiät gegönnt haben. Und das, was schon mal im Haus ist, könnte man ja auch wieder mal häufiger nutzen, zum Beispiel meine Laufschuhe… Neue Hobbys sind erst erlaubt, wenn die auseinanderfallen…

 

Sind wir Freaks, Revoluzzer oder Trendsetter?

Schlechte Nachrichten für ZeroWaste-Begeisterte, Minimalisten, grüne Pioniere, Menschen, die sich um die Zukunft dieses Planeten sorgen : Nicht ganz so fortgeschrittene Mitmenschen halten uns nämlich für uncool und zwar aus psychologischen Gründen, damit sie selbst kein schlechtes Gewissen haben müssen. S0 das Ergebnis einer aktuellen Studie, die Ihr hier findet:  https://heft.harvardbusinessmanager.de/digital/#HM/2016/5/144075276

image-980347-magazincover120-ebbb-980347Wir sind scheinbar als Querdenker und Vorreiter eines innovativen Lebensstils notorische Unruhestifter, die von ihrem Umfeld gern mit Skepsis betrachtet werden. Wie können wir das ändern? Vielleicht so:

„Der junge Pilot Ben Kohlmann galt unter seinen Offizierskollegen bei der U. S. Navy als Quertreiber, Aufwiegler, Störer, Ketzer oder Radikaler – was sie durchaus freundlich meinten. Um der starren Organisation mehr Innovationsfreude zu verleihen, gründete Kohlmann ein Netzwerk aus ganz unterschiedlichen Freigeistern, die Freude daran hatten, eingefahrene Annahmen zu hinterfragen und Neues zu entwickeln So pflanzte er jungen Marinesoldaten neue Denkansätze ein, indem er sie in zivile Innovationszentren wie zum Beispiel bei Google schickte. Und er gab ihnen eine monatliche Leseliste zum Thema Innovation. Relativ schnell entstanden Modellprojekte wie der Einsatz von 3D-Druckern auf Schiffen und von Roboterfischen für Tarnkappenmissionen unter Wasser. Binnen weniger Monate wurde die U. S. Navy zu einer Organisation, in der sich Freigeister die Klinke in die Hand gaben und die vor Kreativität und Originalität nur so strotzte.“
Den kompletten Originalartikel und mehr dazu findet Ihr hier.

Eigentlich ist die lebendige Blogger-Community im Bereich Zero Waste, Nachhaltigkeit, Minimalismus – also Ihr alle! – doch auch so ein innovatives Netzwerk! Ich hoffe, wir schaffen es zusammen, das Innovationsklima dieser Gesellschaft auf unser Niveau zu heben!

Ich glaube, dass es funktioniert: Ohne all die Plastikfrei-Blogs mit ihren Super-Tipps hätte unsere Familie es z.B. mit unserer Müllvermeidung nie so weit geschafft, wie wir jetzt nach gut einem Jahr ZeroWaste gekommen sind. Und wir wären vermutlich nie auf die Idee gekommen, als nächsten Schritt eine Kaufdiät zu beginnen. Also: Bloggen hilft! Deswegen ein herzliches Dankeschön an Euch alle, die Ihr unermüdlich nach neuen Lebensstilen sucht und darüber bloggt! Irgendwann schaffen wir es und unsere Ideen werden Mainstream! Hoffentlich noch rechtzeitig! Aber immerhin, sogar der Harvard Business Manager ist inzwischen auf unserer Seite…

Ist das ein Loch oder ist das Design?

Langsam fängt die Kaufdiät an, sich manchmal unangenehm anzufühlen. Shabby Chic liegt zwar bei Möbeln inzwischen im Trend, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich aus dem Alter raus bin, in dem man freudig Familie und Gesellschaft mit zerrissenen Hosen provozierte.

Unsere ganze Familie macht inzwischen gelegentlich einen recht abgerissenen Eindruck: Viele unserer Hosen haben Löcher und sind abgewetzt und mein Wintermantel hat ein prominentes Loch in der rechten Schulter und eine geplatzte Naht am Ärmel, die sich auch nicht mehr richtig nähen ließ. Wegen des Kälteeinbruchs kam er trotzdem noch ein paar Tage zum Einsatz, ich konnte ihn nur mit Handtaschen mit breiten Riemen tragen. Ich sehe inzwischen neidisch modisch gekleideten Leuten auf der Straße hinterher und starre sehnsüchtig in die Schaufenster der Modeläden auf meinen täglichen Wegen.

Und was sehe ich da so ganz unerwartet? Seht selbst. Und man achte auf das Preisschild! Ich habe es fotografiert, sonst glaubt´s mir keiner!

Unsere Jeans liegen voll im Trend! Löcherhosen sind ganz offensichtlich keine Jugendprovokation mehr, sondern haben den Weg in die bürgerliche Mitte gefunden! Was sage ich, sogar in die Upper Class, denn welcher Normalbürger gibt schon 359 € oder sogar 459 € für eine Jeans aus?

Ich frage mich, ob das das neue Geschäftsmodell des Textilschweden ist: Erst Altkleider von Kunden einsammeln, dann deren alte Jeans etwas pimpen und im Designer-Laden weiterverkaufen. Jedes Stück ein Unikat – was auch den horrenden Preis erklärt. Aus Zero Waste Überlegungen könnte man das wirklich unterstützen… Leider fürchte ich, dass in Wirklichkeit neue Jeans extra so zugerichtet werden.

Aber wir können jetzt erhobenen Hauptes unsere löchrigen Jeans tragen und uns damit modisch voll up to date fühlen! Shabby Chic. Das ist kein Loch, das ist Design!