Shopping-(Alb)Traum

Tagsüber rede ich mir unsere Kaufdiät schön, aber nachts brechen die wahren Begierden durch: Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal in meinem Leben (soweit ich mich erinnern kann) vom Shoppen geträumt. Ich träumte, ich hätte in einem Modegeschäft Kleidung gekauft – zunächst ein Teil nur, ein rotes Oberteil, ein Fehltritt bei der Kaufdiät und dann habe ich plötzlich die Kontrolle verloren und wie wild Kleidungsstücke angehäuft. Mit dem Gedanken „Damit ist die Kaufdiät jetzt sowieso versaut, jetzt kann ich auch alles kaufen, was ich will“ wachte ich dann auf und habe erstmal eine ganze Zeit gebraucht, um zu erkennen, dass das nicht gestern wirklich passiert ist, sondern nur ein Traum war und die Kaufdiät selbstverständlich weitergeht.

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Mein Gott, was will mir dieser Traum sagen? Mein Unterbewusstsein denkt scheinbar nur noch ans Kaufen, tagsüber mühsam kontrolliert von meinem Über-Ich. Ist kaufen ein uns antrainierter, sozusagen moderner Ur-Instinkt, der bei solchen Gelegenheiten durchbricht? Ehrlich gesagt hält sich die objektive Not noch in Grenzen: Ich habe jetzt noch nie wirklich nichts mehr zum Anziehen gehabt. Ok, ich habe inzwischen manchmal einen Engpass bei Hosen und ein Wintermantelproblem, dafür trage ich nun öfter Röcke und jetzt ist es ja auch endlich wärmer!

Vermutlich ist es aber normal, dass man bei Diäten vom Essen träumt, also träume ich eben vom Kaufen. Was für ein Albtraum!

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