Verschwundene Dinge

Bei manchen Dingen wüsste man einfach gern, wo sie wohl eigentlich hin verschwunden sind. Z.B. wüsste ich gern, was aus meiner Lieblingswintermütze geworden ist, die ich im Herbst in der Stadt verloren habe. Geht es ihr gut? Vom wem wird sie jetzt getragen? Oder ist sie auf dem Müll gelandet? Und wer trägt wohl meine ebenfalls im letzten Jahr verlorene Sonnenbrille? Und der Sommermantel vom geduldigsten Ehemann von allen? Fährt er immer noch im Zug, in dem er vergessen wurde, immer neuen Zielen entgegen? Oder hat er einen neuen Besitzer gefunden?

Neben den aus halbwegs nachvollziehbaren Gründen vergessenen und verlorenen Gegenständen gibt es dann noch die Mysterien unter den verschwundenen Dingen, deren Verschwinden eigentlich völlig unerklärlich ist. Dazu gehören die Haarspangen unserer Tochter. Täglich verlässt die kleine Maus adrett gekleidet und frisiert mit Spängchen oder Zöpfchen das Haus in Richtung Kindergarten und jeden Nachmittag ist die Haarspange oder das Haarband dann spurlos verschwunden. Anfangs glaubte ich noch an einen schwunghaften Tauschhandel unter kleinen Mädchen, tatsächlich sind auch drei oder vier Haarbänder unbekannter Herkunft so zu uns gelangt. Aber das kompensiert nicht die inzwischen sicher fast dreistellige Zahl an Accessoires, die uns in den letzten Monaten abhanden gekommen sind. Ich habe neulich sogar die Reinigungsfrau im Kindergarten abgepasst und sie nochmals für das Thema verlorener Haarspangen sensibilisiert. Sie versicherte mir, dass sie nur gelegentlich welche findet und  die dann immer schön aufs Fundregal legt. Manchmal macht einen die Kaufdiät wirklich etwas kleinlich… Na ja, vermutlich muss ich mich mal im Kindergarten freiwillig zum Garten umgraben melden, denn dann kommt eigentlich nur noch der Garten als riesiges Haarspangen-Bermuda-Dreieck infrage.

 

 

Was das alles mit unserer Kaufdiät zu tun hat? Ganz einfach: Kinder-Haarspangen müssen wir leider aus oben beschriebenen Gründen von unserem Konsumverzicht ausnehmen, denn sie gehören bei uns eindeutig zu den Verbrauchsgütern, die nahezu zweiwöchentlich nachgekauft werden müssen. Außerdem müssen wir noch einen weiteren ungeplanten Kauf beichten: Der geduldigste Ehemann von allen musste wirklich unbedingt einen neuen Sommermantel für seinen im Zug verlorenen Mantel kaufen. Das versteht ihr sicher, oder? Schaut doch mal raus! Bei dem Regen kann man – Konsumverzicht hin oder her – den armen Mann nicht ohne Regenmantel zur Arbeit jagen. Also gibts jetzt keinen Kauf mehr im Juli. Und ich verabschiede mich gedanklich endgültig von meinem schon herbeigesehnten Sonnenbrillen- oder Hosenkauf im Juli und verzichte stoisch einen weiteren Monat auf beides. Fazit: Wenn man eine Kaufdiät macht, muss man höllisch auf seinen Kram aufpassen. Verluste sind da echt tragisch! Hoffentlich ist die kleine Maus bald auch so groß, dass sie das einsieht…. Und hoffentlich macht sie es dann besser als ihre verpeilten Eltern!

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2 Gedanken zu “Verschwundene Dinge

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