Medizin-Kaufdiät

Kaum sind die Temperaturen wieder gesunken, hat bei uns pünktlich die Familien-Erkältungssaison begonnen. Also habe ich bei den ersten aufkommenden Krankheitssymptomen seit dem Frühjahr zum ersten Mal seit Monaten wieder mal die Medikamenten-Box sichten müssen. Und gleich mal einen ganzen Haufen abgelaufener Medikamente aussortiert. Da ich meinen Müll wiege, um Fortschritte bei der Müllreduzierung feiern zu können und mich zu motivieren, habe ich festgestellt, dass unsere Familie allein mit diesem einen Ausmisten 2 kg Medizin-Müll produziert hat!

Also habe ich mir den Müll mal genauer angeschaut und folgendes festgestellt:

  1. Vieles hatte ich doppelt und dreifach. Das liegt wohl daran, dass wenn ich ein krankes Kind zum Arzt schleppe, den Bestand unserer Medizinbox nicht genau genug kenne, um dann von den verschriebenen Dingen nur das zu selektieren, was wir wirklich neu brauchen. Also mein neuer Vorsatz: Kein Gang mehr zum Arzt ohne vorheriges intensives Studium des aktuellen Medikamentenbestandes. Darüber muss ich dann auch den geduldigsten Ehemann von allen sorgfältig informiert halten, der sich auch gern was von der Apotheke mitbringt…
  2. Brauche ich alles, was Ärzte so aufschreiben? Meistens sind auf dem Rezept gleich mehrere Dinge drauf, z.B. Hustensaft, Fiebersaft, …. Das kriegt man dann alles schön in der Apotheke so en bloc ausgehändigt. Ich habe mir bereits angewöhnt, einzelne Dinge gleich wieder zurückgehen zu lassen, die die Kinder eh erfahrungsgemäß nicht akzeptieren (z.B. stündlich zu verabreichende übel schmeckende homöopathische Tropfen). Diese Praxis muss ich wohl noch ausbauen. Auch alternative Heilmittel sind in diesem Fall nicht immer die minimalistischere Alternative. Unsere Kinderärztin schreibt uns gefühlt zu jedem klassischen Medikament zusätzlich was Homöopathisches auf. Zusätzlich pflege ich einen eigenen Bestand an Thymian-Myrrthe-Balsam, Engelwurzbalsam, Bienenwachsauflagen für Wickel u.ä.. Gerade diese naturheilkundlichen Dinge halten nur eine Saison, weil sie nach Anbruch schnell aufzubrauchen sind.

Eigentlich brauche ich also sowas wie eine minimalistische Haus-Apotheke, einen gut gepflegten, übersichtlichen Bestand, der nur in absoluten Notfällen um entsprechende Präparate ergänzt wird. Hier also meine Bestands-Liste, mit der ich versuchen will, über die kommende Erkältungssaison zu kommen:

  • 1 Fiebersaft gegen Schmerzen
  • Paracetamol für den Notfall
  • Thymian-Myrrthe Balsam für Schnupfen und zum Inhalieren
  • je einmal abschwellende Nasentropfen für die Kinder (wichtig, weil der Tiger schnell Probleme mit den Ohren hat)
  • Meersalz-Nasenspray => brauche meine Vorräte noch auf, dann muss ich mal versuchen, ob man das nicht selbst machen kann, hat irgendjemand einen Tipp?
  • Kochsalzlösung zum Inhalieren/Vernebeln => hilft super bei Husten
  • 1 Schleimlöser (da soll mir diese Saison nur max. 1 Präparat ins Haus kommen, ausgemistet habe ich allein drei verschiedene, wenn überhaupt eines sein muss, also nur wenn wir Bronchitis nicht mit dem Vernebler in den Griff kriegen…)
  • Sinupret/Gelomyrtol für mich und den geduldigsten Ehemann von allen, wenn es wieder mal die Nebenhöhlen trifft, da sind wir leider anfällig für üble Komplikationen
  • Bienenwachsauflage für Brustwickel (ebenfalls super bei Husten und Bronchitis)
  • Propolis (zum Gurgeln bei Halsschmerzen und zum Einnehmen bei ersten Krankheitssymptomen)
  • Emser Lutsch-Pastillen (bei Halsschmerzen)
  • Elektrolytlösung (bei Durchfall/Erbrechen)
  • Insektenstichgel
  • Desinfektionsmittel

Alle anderen Naturheilmittel wie Ingwer (als Tee bei Erkältung), Kartoffel (Halswickel), Kamille (Bauchweh), Salbei (Halsschmerzen), Zwiebeln (Ohrenschmerzen, Hustensaft), Honig (Hustensaft) kann man ja unverpackt bzw. so einkaufen, dass Reste vernünftig aufgebraucht werden können. Im Gegensatz zu den Medikamente ist das ja alles essbar. Alles andere – so nehme ich mir vor – werde ich mal konsequent zurückweisen, auch diverse Tröpfchen, Sälbchen und Kügelchen.Und  Tschüss Umckaloabo und Co.! Notfälle und ungewöhnliche Krankheiten sind natürlich ausgenommen. Eigentlich müsste ich mit den oben genannten Dingen für alle Erkältungsszenarien gut gewappnet sein, oder? Also mal sehen, was aus diesem Versuch im Laufe der Erkältungssaison noch wird…

Die ersten Erkältungssymptome haben wir zumindest mit Zwiebel-Ohrenwickeln und Nasentropfen bislang gut in Schach gehalten.

Außerdem: Wenn ich unsere Hausapotheke so reduziere, hätte ich gleich mal ein ganzes Schrankfach frei! und hoffentlich keine 2 kg Müll mehr beim nächsten Ausmisten!

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