Flickwerk statt Wild West

Jeans sind eigentlich mal erfunden worden, um Cowboys im Wilden Westen durch ihr wildes Leben zu begleiten. Dachte ich zumindest. Mein wildes Leben und das meiner Familienmitglieder scheint img_0699den Wilden Westen weit in den Schatten zu stellen. Zumindest liegt die Lebensdauer unserer Familienjeans im Mittel lediglich bei zwei bis drei Jahren (meine Jeans) bzw. 1-4 Monaten (Jeans meines Sohnes). Meine Tochter boykottiert Jeans derzeit weitgehend, ich weiß gar nicht, wann sie bei gefühlt drei mal Tragen trotzdem diese zwei Löcher in ihre Jeans reingekriegt hat. Hier also ein Beweisfoto zu unserer familiären Hosensituation: Drei Jeans, fünf Löcher!

Eine rühmliche Ausnahme bilden die Jeans meines Mannes, der seit fast 10 Jahren mit  No-Name-Jeans – gekauft in Südamerika  – bestens hinkommt. Vielleicht sind südamerikanische Jeans  im Gegensatz zu europäischer Markenware noch für das wilde Leben der Gauchos gemacht?

Jedenfalls stehe ich nun vor einem Problem, das ich auf diesem Blog schon vielfach beklagt und habe und das dieses Foto sicher deutlich macht: Einer Menge löchriger Jeans. Mein Sohn hat derzeit noch eine einzige Jeans ohne Löcher, ich diesen ganzen Sommer nur drei Jeans mit Löchern und keine mehr ohne. Glücklicherweise kann man sich heute ja durchaus auch mal mit löchriger Jeans auf die Straße wagen. Aber ein Dauerzustand ist das nicht und die Saison für meine Sommerröcke geht nun wirklich zuende.

Na ja, für die Freizeit gehts auch mit Loch, aber fürs Büro musste zumindest für mich wohl oder übel doch noch eine neue Jeans her. Da diese Jeans die Ehre hat zu 12 ausgewählten Gegenständen zu zählen, wurde noch keine Jeans vor ihr mit solcher Akribie ausgewählt… Es sollte schon etwas Besonderes und ökologisch wie ethisch Korrektes sein, deswegen wurde die Jeans bei einem Ökoversand, der nach einem niedlichen Tier benannt ist, bestellt. Das war gar nicht so einfach, ich wollte zwei verschiedene Modelle anprobieren: Als ich am Telefon die Produktnummer von Jeans 1 durchgab, hieß es: „Oh, da kann der Versand aber einige Wochen dauern“, bei Jeansmodell-Nr. 2 kam dann „Da wissen wir nicht, ob wir die noch liefern können“. Wohlgemerkt, ich wollte Standard-Jeans in dunkelblau, einmal Bootcut, einmal Gerade. Nichts außergewöhnliches. Für Nicht-Kaufdiät-Haushalte, die nicht so viel Erfahrung mit dem Warten auf ihre Einkäufe haben wie wir, wäre das vermutlich abschreckend gewesen.

Aber für uns Kaufdiät-Erprobte ja gar kein Problem und nacimg_0700h vier Wochen warten war es dann soweit und ich bin endlich wieder stolze Besitzerin einer intakten Jeans, ja sogar meiner ersten Öko-Jeans. Diese Öko-Jeans war mit rund 70 € übrigens billiger als alle meine früheren Jeans, was mich schon fast wieder skeptisch macht. Wenn man bei Markenjeans eh keine Jeans unter 80-90 € bekommt, wieso soll eine Öko-Jeans dann eigentlich billiger sein? Schlagen die Marken wirklich so viel drauf? Ich hätte in diesem Fall auch dem Öko-Label einen satten Aufschlag gegönnt, der dann ja vielleicht den Näherinnen zugute kommen könnte… Die Jeans ist übrigens in Wirklichkeit schöner als auf dem Foto. Besser habe ichs einfach nicht hingekriegt, ich bin halt kein Modefotograf.

Und wenn die nun auch so schnell schlapp macht wie die Markenjeans, geht der nächste Familienurlaub nach Südamerika und wir kaufen dort unseren Jeansbedarf für die nächsten Jahrzehnte. Das rettet dann auch die Ökobilanz der Fernreise und die hiesige Jeansindustrie hat einen Boykott wahrlich verdient!

 

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Ein Gedanke zu “Flickwerk statt Wild West

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