Die Jede-Woche-geht-was-kaputt-Regel

Schon oft habe ich mich ja schon darüber ausgelassen, dass jede Woche in unserem Kaufdiät-Haushalt etwas kaputt geht. Dass sich diese Regel wirklich jede Woche aufs Neue bestätigt, verblüfft uns selbst und wir fragen uns, warum uns früher nie aufgefallen ist, wie kurzlebig die meisten unserer Gegenstände sind. Ich hatte die ersten Kaufdiätwochen hier ja schon mal dokumentiert, was uns da so alles kaputt ging.

Und weil ich das Gefühl habe, dass ich hier ständig nur Beiträge blogge, in denen ich wieder irgendeinen Notfall oder Fehltritt oder so beichten muss, hier mal wieder  ein Einblick in all die kleinen Widrigkeiten und Erfolge unserer Kaufdiät, die im einzelnen zu winzig sind, um jedesmal einen eigenen Beitrag dazu zu schreiben. Aber an denen sieht man, dass Nicht-Ersatz-Kaufen eine echte Leistung ist, die wir uns durch unsere Kaufdiät erst erarbeitet haben und an der wir immer noch ständig arbeiten. Früher wäre ich bei den meisten Dingen einfach losgezogen, um schnellstens Ersatz zu beschaffen.

Also hier unser aktueller Kaputt-Kalender:

  • 17. August: Meiner wichtigsten Handtasche reißt der Henkel ab. Mist. Gerade diese große Tasche benutze ich ständig. Krame eine alte Handtasche aus der Flohmarktkiste (das ist die auf dem Foto)img_0701. Die kann ich jetzt doch gut gebrauchen, weil nur in die auch DIN A4 Format passt. Trage jetzt südamerikanisches Ethno-Mitbringsel zu Business-Dress. Na ja, egal… Der Schuster kann so was reparieren, habe ich gehört. Muss ich nach dem Urlaub in Angriff nehmen. Da fällt mir ein: Ich habe noch eine schöne Ledermappe, auch da ist mir der Henkel abgerissen. Die kann ich dann auch gleich mitnehmen. Also nix mit Handtaschen-Shopping.
  • 28. August: Beide Absätze meiner Schuhe haben sich irgendwo in der Stadt selbständig gemacht. Ich klackere laut durch die Stadt. Ein Schuster muss her!
  • 3.September: Unsere Digitalkamera geht kaputt. Nichts geht mehr: Nicht an, nicht auf, trotz vollem Akku. Natürlich ausgerechnet im Urlaub. Na ja, wir haben ja Handys. Die Kamera werden wir aber trotzdem zur Reparatur bringen.
  • 9. September: Unser Kofferanhänger hat den Rücktransport nicht überlebt. Bei der nächsten Reise müssen wir wohl einen neuen besorgen. Mein Gott, für so einen Mist einen Monatskauf einplanen??? Na ja, vielleicht fällt uns bis dahin ne kreative Alternativ-Lösung ein. Ideen?
  • 14. September: Kinderrucksack der kleinen Maus muss entsorgt werden: Reissverschluss total hinüber und auch sonst ziemlich fertig. Da lohnt sich ein neuer Reissverschluss echt nicht. Also muss das Leben erstmal ohne Rucksack weitergehen.
  • 20. September: Ein Kindertraktor verliert seine Räder. Das winzige kaputte Plastikteil, das sie hält, könnte ein 3D-Drucker bestimmt herstellen – eines Tages wird das hoffentlich Standard. Aber jetzt: leider Mülltonne.
  • 23. September: Einer dieser sündhaft teuren Körbe vom Möbelschweden, die so ideal in diese viereckigen Regale passen, löst sich auf. Dabei war der jetzt im Gegensatz zur Vorgänger-Version schon geschraubt und nicht mehr getackert.  Wie soll man nur diese Schraube so genau in der Ecke da wieder reinkriegen? (jeder der die Dinger kennt, versteht das Problem). Problemlösung wird erstmal aufgeschoben, hab grad keine Zeit für so nen Kram. Korb wird mitsamt Inhalt provisorisch wieder ins Regalfach gestopft…
  • 30. September: Eine der letzten intakten Socken ist nun auch durchbohrt. Jetzt werden die Socken knapp, denn ich habe über Wochen und Monate löchrige Socken einfach in meine Stopfkiste gestopft, allerdings  ohne sie zu stopfen ;o). Jetzt muss ich wohl wieder ran….
  • 8. Oktober: Eine Glasschüssel fällt mir runter. War wegen ihrer günstigen Größe eine viel genutzte Schüssel. Macht aber nichts, wir haben noch andere Schüsseln in anderen Größen. Schade, schöne Schüsseln kauft man ja eigentlich gern….

Soviel also zum unserem stetigen Weg in den Minimalismus. Wenn jeder Mensch 10.000 Dinge besitzt, dann wären also in 192 Jahren alle unsere jetzigen Gegenstände kaputt gegangen – das ist doch ein sanfter Weg in den Minimalismus, der wirklich für jeden noch so ausgeprägten Materialisten gangbar sein sollte, oder? Vorausgesetzt natürlich, man kauft dann nicht ständig was Neues.

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2 Gedanken zu “Die Jede-Woche-geht-was-kaputt-Regel

  1. Ich freu mich über deine Dokumentation im Kaputt-Kalender. Seit ich versuche möglichst nichts mehr neuzukaufen, fällt mir in meiner eigenen Wohnung auch auf, wie viel ich eigentlich besitze das schon kaputt ist. Von der weißen Bluse mit dem zerlöcherten Ärmel und den Deoflecken zur kaputten Teekanne finde ich stetig etwas neues und oftmals brauche ich etwas Zeit, die Dinge wegzuschmeißen, obwohl sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Toll, dass du Dinge reparieren lässt. Hat das bei der Digitalkamera geklappt?

    Liebe Grüße
    Anne

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    • Liebe Anne,
      bei uns dauert es auch meist etwas mit dem Reparieren, deswegen liegt die Digitalkamera noch hier, aber ich habe zumindest schon rausgefunden, wo ich sie hinbringen kann. Manchmal macht es auch wirklich Spaß ganz neue Reparaturmöglichkeiten zu finden, z.B. kann ich bei kaputten Teekannen den Kauf neuer Henkel empfehlen (gibts im Teeladen) oder auch Superkleber (klebt z.B. kaputte Deckel wieder zusammen, das sieht man am Ende kein bisschen). Blusen mit zerlöcherten Ärmeln schmeiße ich – seit wir auf Kaufdiät sind – auch nicht mehr weg, sondern die werden weiter unter Blazern und Strickjacken angezogen. Wirklich beeindruckt in Sachen Reparatur hat mich außerdem eine Ausstellung hier in der Region, die zeigte, wie man während des Krieges sogar Laufmaschen in Nylonstrümpfen stopfte und noch besser, wie früher Kesselflicker kaputte Töpfe wieder zusammenflickten. Wahnsinn, das kennen und können wir einfach gar nicht mehr! Also vielleicht hat die ein oder andere kaputte Sache doch noch eine zweite Chance verdient….
      Liebe Grüße
      Martina

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