Renovieren vs. Zero Waste

Eigentlich sollte Renovieren nicht so viel Müll produzieren, denkt man. Bisschen Farbe an die Wand, fertig. Aber bisher hat dennoch fast img_0990jede unserer Renovierungen mehr Müll verursacht, als wir als Familie in 3-4 Monaten produzieren. Hier das vernichtende Bild unseres aktuellen Renovierungsmülls…

Auch diesmal haben sich die Tapeten wieder am schlimmsten auf die Müllbilanz ausgewirkt, obwohl wir nur eine große Wand von einer kaputten Tapete befreien mussten. Tapeten sind ein totaler Müllverursacher, sollte ich jemals selbst bauen oder eine Wohnung erstbeziehen, wird garantiert auf Tapete verzichtet.

Beim Bodenabdecken habe ich diesmal versucht, maximale Müllreduktion hinzubekommen und verschiedene Varianten ausgetestet. Zum ersten habe ich eine erhebliche Summe in Malervlies investiert. Leider hat sich herausgestellt, dass Malervlies 1. doch Plastik enthält, nämlich auf eine Plastikfolie aufgeklebt ist und 2. weniger haltbar als ich erhofft hatte. Besonders die Klebestreifen haben dem Vlies sehr zu schaffen gemacht, so dass ich leider einige löchrige Bahnen doch wegwerfen musste und nicht wie geplant wiederverwenden kann. Viele andere Bahnen sind aber noch so gut beinander, dass sie nun im Keller auf weitere Einsätze warten. Insofern habe ich hier schon einen gewissen Erfolg zu verzeichnen.

Nicht ganz so begeistert war ich dagegen von Malerkrepp aus Papier, das ich auch als Alternative zu Plastikplane ausprobieren wollte. Am Papier störte mich hauptsächlich, dass ich Unmengen Klebeband brauchte, um die Streifen zu fixieren. Das Malervlies liegt recht schön, während Papier da wesentlich widerborstiger ist. Also glaube ich, dass die Ökobilanz des Malerkrepps gar nicht so gut ist, weil Papier ja generell auch sehr ressourcenintensiv in der Herstellung ist und sich das mit zahlreichen Klebestreifen verklebte Papier auch nur mit großer Mühe vielleicht zur Hälfte wieder soweit entwirren ließ, dass es in den Altpapiercontainer konnte. An Wiederverwendung für eine weitere Renovierungsaktion war da wirklich nicht zu denken.

Dann bleibt noch die Plastikplane, von der wir von der letzten Renovierung noch ein paar übrig hatten. Billig, dünn und wenn ich jetzt mal rein nach dem Volumen gehe, habe ich das Gefühl, dass die Ökobilanz dieser Plastikplane gar nicht so schlecht ist. Mit 200 g Plastikplane lassen sich 50 qm abdecken und man braucht relativ wenig Klebestreifen. Dafür ist es eben Plastik. Nebenbei gesagt: Ganz gut funktionierte auch so eine dicke Plastik-Gewebeplane, die wir noch von der Abdeckung unserer Fahrräder übrig hatten. Auch wiederverwendbar…

Also summa summarum: Für die nächste Renovierung brauchen wir jetzt dank unseres wiederverwendbaren Vliesvorrats erstmal gar nichts zum Abdecken. Aber die müssten jetzt schon auch noch einige Renovierungen durchhalten, damit sie wirklich besser sind als simple Plastikplane. Vom Komfort beim Renovieren sind sie auf jeden Fall erste Wahl.

Ein weiterer wichtiger Müllproduzent ist die Farbe. Wir hatten fast 400 qm Wand zu streichen. Dafür wurden uns 10 Eimer Farb-Bedarf prognostiziert. Aber ich bin diesmal nicht einfach zum Baumarkt gefahren, sondern habe im Malereifachhandel gekauft – also da wo die Maler auch kaufen. Da bin ich dann mit einer superteuren Öko-Farbe für 70 € pro Eimer rausgegangen, die meine Kinder nun laut Hersteller auch von der Wand lecken könnten. Und wir haben für 400 qm Wandfläche gerade mal 3 Eimer (á 12 Liter) gebraucht! Das ist wirklich sensationell und macht schon mal 7 eingesparte Plastikeimer, von den 84 Litern eingesparte Farbe ganz zu schweigen. Diese Investition lohnt sich also wirklich und kann ich wirklich empfehlen.

Beim nächsten Mal werde ich auch noch bessere Rollen und sonstiges Zubehör kaufen. Zum Beispiel läuft die Farbe von einem metallenem Abstreifgitter viel besser wieder ab als von den Plastikteilen, die es billig im Baumarkt gibt. Und mit richtigen Rollen braucht man auch wesentlich weniger Farbe. Diesmal haben wir noch alte Rollen verwendet, aber die Werkzeuge unserer Helfer haben mir auch hier die Augen für Qualität geöffnet.

Aber mülltechnisch unschlagbar ist es vermutlich, sich seine Wände professionell streichen zu lassen. Denn kein Maler könnte sich die Ressourcenverschwendung (in Sachen Klebeband, Abdeckung, Farbe) leisten, die man als Laie unwissentlich verursacht.

 

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