Kaufdiät-Weihnachten

Weihnachten war eigentlich meine größte Sorge, als wir vor 10 Monaten unsere Kaufdiät begannen. Vier Geschenke (für jedes Familienmitglied eines) würde ja heißen, dass wir ab September für Weihnachten „sparen“ müssten, wenn wir jeden Monat maximal eine Sache kaufen möchten.

Und, wie haben wir es nun gelöst? Zunächst einmal haben wir den Kinder nichts geschenkt. Das war auch gar nicht nötig, Großeltern, Tanten, Patentanten etc. statteten das Christkind hinreichend mit Geschenken zum Auspacken aus (genauso haben wir es übrigens an den Geburtstagen der Kinder gemacht, sie wurden auch so überreich beschenkt..). Es ergab sich diesmal, dass jedes der Kinder ein Playmobilpaket bekam und ansonsten eher kleine praktische oder immaterielle Dinge (Theaterkarten, Leseanfängerbücher, Becher, Sticker, ein Kleidchen u.ä.). Die Kinder waren damit sehr zufrieden und vermissten absolut nichts. Im Gegenteil hatte ich das Gefühl, dass das Hauptgeschenk viel intensiver bespielt wurde als bei vorjährigen Geschenke-Fluten…

img_1223Ich hatte mir zum Geburtstag einen Rasierhobel nebst Pinsel und Rasierseife gewünscht, damit ich nach fast zwei Jahren Kampf gegen Plastikmüll endlich auch diese beschämende Lücke meiner Vermeidungsaktivitäten schließen konnte. Und ich hoffe darauf, dass ich durch diese wirklich wunderschönen Utensilien auch den geduldigsten Ehemann von allen überzeugen werde,  seinem Plastik-Rasiermüll abzuschwören. Er war da leider sehr skeptisch, sonst hätte ich das Set ihm geschenkt. Da mit dieser Rasierausstattung in unserem Haushalt Wegwerfprodukte ersetzt werden, gilt dieses Geschenk als Ausnahme im Rahmen der Kaufdiät.

img_1226Und da wir für Dezember somit noch einen Gegenstand gut hatten und auch der geduldigste Ehemann von allen für die Fortsetzung der Kaufdiät bei Laune gehalten werden will und damit wir uns zu Weihnachten auch mal  was Unvernünftiges gönnen, habe ich ihm – absoluter Luxus – eine wirklich teure Edition eines japanischen Comic-Klassikers geschenkt, die er schon seit Jahren umkreist, aber sich nie leisten wollte. Immerhin sparen wir durch unsere Kaufdiät viel Geld, das kann man dann auch mal in einen echten Luxus-Wunsch investieren.

Nicht unter die Kaufdiät fielen dagegen Dinge, die wir anderen schenken und die andere uns schenken. Hier muss ich zugeben, sind wir leider vom Kauf-Minimalismus noch weit entfernt. Wie jedes Jahr erhielt ich von zahlreichen Personen liebe Geschenke und Aufmerksamkeiten, die auch eine ebenso liebevolle Reaktion erfordern. Ich möchte hier einfach ungern antworten „Vielen Dank, aber wir machen Kaufdiät, ich schenk Euch nix…“. Und leider habe ich noch keine wirklich kaufdiät-adäquate Lösung gefunden. Von Gutscheinen á la „Zeit statt Zeug“ bin ich inzwischen fast völlig abgekommen, weil diese so gut wie nie eingelöst wurden. Wir verbringen scheinbar auch ohne Erlebnis-Gutscheine schöne Zeit mit unseren Freunden. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, hier mit selber machen zu punkten (liebevoll verpackte selbstgemachte Marmeladen, selbstgemachte Müslis oder ähnliches). Dazu hatte ich letztes Jahr im Umzugschaos einfach keine Zeit. Außerdem habe ich begonnen, Bücher, DVDs und CDs aus meinem Bestand weiter zu verschenken. Das ist sicher auch noch ausbaufähig. Und weil das dann immer Dinge sind, die ich selbst einmal so geschätzt habe, dass ich sie mir gekauft habe, sind darunter oft sehr gut passende und persönliche Geschenke.

Und dann gibt es natürlich noch die Geschenke der anderen an uns, die unsere Kaufdiät konterkarieren. So erreichten uns leider wieder viele Gegenstände, die ich als Aufmerksamkeit gerne würdige, aber auf die wir eigentlich auch gut hätten verzichten können. Ich dagegen hatte versucht, mich dieses Jahr  bei meinen eigenen Geschenken an andere auf wirklich Nützliches zu beschränken. Bei einigen kam das sehr gut an (meine Mutter, die nicht mehr gern einkaufen geht, war ganz von der geschenkten Kleidung begeistert, meine Schwiegermutter dagegen schien mir sehr enttäuscht zu sein: Dabei hatte ich so aufmerksam zugehört, als sie vor einigen Wochen davon sprach, dass sie wegen eines anstehenden Verwandten-Besuchs neue Laken braucht…)

Na ja, da nicht jeder Kaufdiät macht, wissen andere im Gegensatz zu uns solche Basics als Geschenke scheinbar nicht so zu schätzen. Liebe Freunde, falls ihr dies lest: Wir freuen uns z.B. über Handtücher, einen neuen Handfeger (kein Plastik!), einen Roßhaarbesen, Socken, Oberteile, Pullis, Wollstrumpfhosen, eine neue Pfanne, schöne Garderobenhaken, große Teller, Suppenteller, ein Gemüsemesser, Kofferanhänger …   Ihr seht, wir sind dank Kaufdiät ganz einfach und mit Kleinigkeiten glücklich zu machen! Das ist wirklich ein wunderschöner Nebeneffekt der Kaufdiät: Ich kann mich wirklich wieder über ganz einfache, praktische Geschenke freuen.

 

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Ein Gedanke zu “Kaufdiät-Weihnachten

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