Nutzen statt Ausmisten

Wir wollen minimalistischer leben, sind aber bekennende Anti-Ausmister. Wie kann das zusammengehen? Dank unserer Kaufdiät finden wir hier immer wieder neue Ansatzpunkte. Zum Beispiel als mir im Zuge unseres Umzugs zahlreiche Gegenstände in die Hände fielen, die wir seit Jahren nicht benutzt hatten. Der gesunde Menschenverstand und Dutzende Ratgeber empfehlen in solchen Fällen dringend das Ausmisten. Unseren kaufdiät-geschulten Augen kamen aber ganz andere Ideen.

Zum Beispiel für unsere Campingausrüstung. Da wir seit der Geburt unserer Kinder (also seit über 6 Jahren) nicht mehr campen waren, verstaubte unser Camping-Kochgeschirr in einem vergessenen Winkel. Warum eigentlich? fragte ich mich beim Anblick der praktischen Edelstahl-Behälter in verschiedenen, genau ineinanderstapelbaren Größen, die bei Bedarf noch schnell mit einem abnehmbaren Griff zum Kochtopf umgenutzt werden können. Damit landete das Kochgeschirr im regulären Küchenschrank, macht unseren Schüsselchen-Bestand zukünftig etwas plastikfreier und wird nun auch oft für kleine Sößchen, zum Resteaufwärmen oder ähnliches als Mini-Topf benutzt. Warum hatten wir die eigentlich je weggepackt?

Ähnlich erging es den Isomatten, die bislang unzugänglich verstaut ein sinnloses Dasein führten. Jetzt habe ich sie als praktische Gymnastikmatte entdeckt – eine Yogamatte – brauch ich jetzt jedenfalls nicht mehr. Überhaupt die Yoga-Hose: Ist inzwischen beim Eislaufen ebenso im Einsatz wie wahlweise als lange Unterhose, Strumpfhosenersatz unterm Rock oder auch bequeme Hausanzugshose.

Die Picknickdecke: Kaschiert derzeit unsere aus Umzugskisten improvisierte Garderobenbank. Ein echter Hingucker. Die andere Picknickdecke – die Idee kommt mir gerade beim Schreiben – wäre eigentlich ein idealer Lego-Spielteppich. Um das Parkett zu schonen, müssten wir nämlich dringend einen Teppich anschaffen.

Einige Dinge aus den hintersten Schrankfächern haben inzwischen auch eine Karriere als Dekogegenstände gemacht, z.B. die alte Espressokannne. Seitdem nutze ich sie auch wieder öfter. Ich denke auch immer wieder darüber nach, wie sich Schubladenbewohner vielleicht dekorativ-kreativ oder funktional-kreativ nutzen lassen. Zum Beispiel suche ich noch nach einer Idee für die Kofferwaage – eigentlich ja auch ein toller Gegenstand, für den sich irgendeine originelle hakenartige Funktion finden lassen müsste…

Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr Anwendungsmöglichkeiten finde ich für Gegenstände, die bislang vor allem in Schubladen und hinteren Schrankwinkeln wohnen. Ich denke, es lohnt sich, solchen Gegenständen eine neue Nutzung zu geben statt sie auszumisten. Auch das ist eine Form von Minimalismus, weil man sich damit die Anschaffung neuer Gegenstände spart.

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