Stopfmeditation

Wie viele Löcher passen in eine Socke? Eine ideale Meditations-Frage für Fans der Zen-Meditation. Aber vergesst Zen. Vergesst Yoga. Ich habe was viel Besseres gefunden: Socken stopfen. Stopfen bringt mich fast mit dem ersten Stich in einen Zustand für den ich früher mindestens 5 Minuten Warm-up Meditation gebraucht hätte. Der Kopf entleert sich von allen unnützen Gedanken, es gibt nur noch mich, das Loch und den Faden.

Vielleicht kann man denselben Effekt mit Stricken oder Häkeln erzielen. Aber ich bin Handarbeitsdummy. Stricken oder Häkeln würde mich geistig und handwerklich überfordern. Stopfen kann man auch im Meditationsmodus, man kann es in 5 Minuten lernen und der Erfolg beim Stopfen ist nahezu unausweichlich – sogar für Stopfanfänger wie mich: Wo vorher ein Loch war, wird dann keins mehr sein. Wie das Stopfergebnis ästhetisch gesehen aussieht, ist ja meist nicht wirklich wichtig. Wen interessieren schon die Spitzen und Fersen meiner Socken? Ich warte immer noch vergeblich darauf, dass mich endlich mal jemand auf gestopfte Socken anspricht oder wenigstens den Blick so lange auf einem missratenen gestopften Zehenloch ruhen lässt, dass ich das Gespräch auf meine Stopfkünste lenken kann. Vergesst es. Merkt kein Mensch. Es ist wirklich komplett egal, in welcher Qualität man stopft. Deswegen ist es wirklich ganz einfach.

Und es lohnt sich: Nach drei Socken bin ich sowas von tiefenentspannt. Und danach zutiefst mit mir, der Welt und meinen Socken zufrieden. Und dank meiner gelegentlichen Stopfmeditation haben wir seit Beginn der Kaufdiät keine Socken mehr kaufen müssen. Und ich komme mit meinen Wollstrumpfhosen nun schon durch den zweiten Winter.

 

 

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2 Gedanken zu “Stopfmeditation

  1. Och, wer stopfen lernen kann, kann auch stricken lernen 🙂 Ist auch wunderschön meditativ… Und selbstgestrickte Socken gehen seltener kaputt und sind dann auch noch besser stopfbar als das Industriezeugs, Ehrenwort!

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    • Danke für die Ermutigung. Vielleicht probiere ich es ja eines Tages auch mal mit Stricken. Ich mag allerdings Wollsocken gar nicht so gern… Irgendwie habe ich die Idee, dass die kratzig sind. Vielleicht muss ich auch hier mal einen neuen Versuch wagen.
      Viele Grüße
      Martina

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