Die Eier-Flut

Ich dachte immer, ich persönlich sei relativ unschuldig an der Plastikflut im Meer. Der Plastikmüll aus unserer gelben Tonne wird verbrannt und landet definitiv nicht im Meer – das habe ich eigens bei der regionalen Abfallberatung erfragt. Außerdem sind wir seit 2 Jahren fleißige Plastikvermeider. Aber wer jetzt denkt, damit wäre man persönlich unschuldig an all dem Plastikschlamassel, sehe sich bitte diese Bilder an:

u-eier

(Foto: dpa)

Tausende Überraschungseier überfluteten vor einigen Wochen die ostfriesischen Inseln – verloren von einem Tanker, der den Hamburger Hafen ansteuerte (hier mehr zur Story). Auch unsere Kinder lieben Ü-Eier. Und sie bekommen auch hin und wieder eins.

Wir arbeiten seit über 2 Jahren fleißig daran, unseren Plastikmüll zu reduzieren. Die paar Ü-Eier, die wir im Jahr konsumieren, machen in unserem Plastikmüllaufkommen weniger als ein Promille aus. Ich hatte sie deswegen nicht mal direkt im Fokus unserer Plastikbaustellen, bisher. Aber das Beispiel zeigt, dass man sich in Sachen Plastik niemals auf der sicheren, der „unschuldigen“ Seite wähnen sollte. Berühmt ist die Geschichte der tausendköpfigen Plastikentenkolonie, die seit Jahren die Ozeane durchkreuzt. Auch wir haben eine solche Plastikente neben der Badewanne stehen. Auch wegen uns durchkreuzen täglich riesige Frachter mit Konsumgütern die Meere, die immer wieder einmal etwas von ihrer Ladung verlieren.

Und wieder mal lautet mein Fazit: Das einzige, was ich da tun kann, um so wenig wie möglich zu diesem Irrsinn beizutragen, ist so wenig wie möglich zu kaufen. Egal was. Egal wie geringfügig es einem erscheint. Sogar so ein dummes kleines Ü-Ei kann schnell zu einer Plastikkatastrophe führen.

Diesen Beitrag findet ihr auch auf der immer sehr lesenswerten Einab-Blogparade:

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13 Gedanken zu “Die Eier-Flut

  1. Mir schossen bei den Bildern, die ich bezüglich der Ü-Eier in den Medien sah, genau die gleichen Gedanken durch den Kopf. Unser Konsum richtet manchmal eben doch sehr viel mehr Schaden an, als uns eigentlich bewußt ist … . Und ide Geschichte mit den Quitscheentchen fiel mir da auch zwangsläufig wieder ein … .

    Mein Fazit fällt ähnlich aus: Ich versuche inzwischen, viel bewußter zu konsumieren, achte gerade bei den täglichen Einkäufen mehr auf das, was im Einkaufswagen landet und versuche auch, so gut und wo immer es geht, auf Plastik zu verzichten. Auch bei Alltagsgegenständen gehen wir hier Zuhause inzwischen mehr und mehr auf umweltfreundlichere und nachhaltigere Produkte (Holz, Metall, Porzellan, selbstgemachte Reiniger usw.) über.

    Alles, was wir Menschen tun, hat Auswirkungen auf unser Umfeld … eben auch unsere Umwelt. Aber das haben wir inzwischen leider viel zu oft nicht mehr im Hinterkopf, wenn wir zum Beispiel etwas kaufen, etwas wegwerfen, etwas nutzen usw … .

    Ich habe für mich persönlich nur feststellen können, dass viele für den Menschen zugeschnittene, ach so praktische Produkte eine ökologische Katastrophe sind. Wenn man den Nutzen von Dingen öfter mal kritisch hinterfragt oder sich mit den Inhaltsstoffen bestimmter Gegenstände mal genauer auseinandersetzt, dann merkt man oft sehr schnell, dass der Artikel gar nicht mehr so toll ist, wie es anfangs schien … .

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    • Ja, da hast du recht. Wir ahnen von den meisten ökologischen Katastrophen, die wir auslösen vermutlich gar nichts, denn denn das Problem ist ja, dass man erstmal so viel Informationen zusammenbekommt, dass man die Auswirkungen oder Inhaltsstoffe von Produkten überhaupt abschätzen kann. Langlebige Naturmaterialien sind da aber bestimmt schon mal ein guter Anfang.
      Viele Grüße
      Martina

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  2. Hallo!

    Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, genau so ist! So wenig wie möglich kaufen, damit nicht mehr so viel produziert und quer durch die Welt verschifft/geflogen/transportiert wird!

    Gerade heute habe ich einen Beitrag von Greenpeace zu dem Thema gelesen und darin erfahren, dass die Textilien aus Kunstfaser einen nicht unbeträchtlichen Teil zum Microplastik im Meer beitragen. Die Mengen sind wirklich gigantisch auch wenn es beim Einzelnen nicht so viel ist.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!
    lg
    Maria

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    • Liebe Maria,
      ja das ist auch noch so eine Baustelle: Kunststoff in Textilien… Hier weiß ich wirklich nicht, welche Kröte ich schlucken soll: Mit reinen Naturmaterialien habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie viel weniger langlebig sind. reine Baumwollunterhemden z.B. sehen nach kurzer Zeit ziemlich fertig aus. Mit ein paar Prozent Polyester drin halten sie ewig. Was soll man da jetzt machen? Ich habe mich (nur so aus dem Bauchgefühl heraus ohne wissenschaftliche Fundierung) für die Polyester-Variante entschieden, weil der Anbau von Baumwolle ja auch ziemlich krass ist (auch Biobaumwolle verbraucht ja große Wassermengen). Und ich hatte das Gefühl, dass einmal 10 % Polyester weniger schlimm ist als 3-5x neue Hemden zu kaufen. Aber wer weiß….
      Aber Fleece-Pullis z.B. kaufe ich lieber nicht mehr. Die ich habe, benutze ich aber weiter. Und für die Kinder kaufe ich auch gebrauchte. Manchmal ists schon schwierig, deswegen bin ich froh, dass ich jetzt nicht mehr so viel kaufe, da kann man auch weniger falsch machen… :o)
      Viele Grüße
      Martina

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      • Hallo Martina!

        Genau zu dem Schluss bin ich auch gekommen. Mir ist das nämlich auch alles viel zu kompliziert, immer über alles genau nachzudenken, weil halt alles immer sein für und wider hat

        Über das Thema habe ich vor langer Zeit einmal philosophiert https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/04/17/der-okologische-fusabdruck-oder/

        Ich mag Kunstfaser sowieso nicht so gerne, daher fällt es mir leicht darauf zu verzichten.

        Es ist wohl auch der Vergleich „Baumwolle“ zu „Viskose“ nicht so einfach. Viskose hält die Farben besser und ist wirklich sehr pflegeleicht und hält die Form auch besser als Baumwolle. Auf der anderen Seite ist der Herstellungsprozess sehr aufwändig und sicher auch ökologisch bedenklich.

        Es ist alles nicht so einfach, das unterschreibe ich sofort. Weniger ist die einzige Antwort, die mir einfällt.

        lg
        Maria

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      • Oh je, Maria, wenn ich deinen Blogartikel lese, wirds ja noch schwieriger… Vielen Dank für den Link!
        Auf der anderen Seite: Unsere Ökobilanz ist vermutlich sowieso so dramatisch, dass jeder einzelne winzige Schritt es nur besser machen kann – hoffe ich zumindest. Also wenn man zumindest den Bio-Apfel kauft (egal ob Südafrika oder nicht), dann noch möglichst wenig Äpfel wegwirft, Bio-Baumwolle kauft (notfalls auch mit Elastan) und davon so wenig wie möglich und das so lange verwendet wie nur irgend geht, dann hat man ja hoffentlich schon ein bisschen was verbessert….

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      • Das Problem ist bei den sogenannten Mikrofasern, dass sie pro Waschgang massig Fasern (also Mikrolastik) verlieren. Polyester, Nylon und Acryl in unserer Kleidung sind die größten Verursacher von Mikroplastik. Das Umweltbundesamt geht von bis zu 400 Tonnen dieser Mikropartikel aus, die allein in Deutschland jährlich durch das Waschen von sythetischen Textilien ins Abwasser gelangen – und das ist schon ganz schön heftig … .
        Wir haben leider auch noch viele solcher Bekleidungungsprodukte Zuhause, die unter die Kategorie „extrem umweltschädlich“ laufen und von jetzt auf gleich austauschen geht allein aus finanziellen Gründen nicht – selbst, wenn ich wollte … .
        Aber bei den Neuanschaffungen gehe ich persönlich jetzt wieder auf Naturfasern. Meine neuen Socken zum Beispiel sind jetzt wieder aus 100% Baumwolle. Dieser Umstieg war für mich eindeutig die richtige Wahl – in der Mischfaser habe ich zu sehr geschwitzt und die Socken waren bei mir auch zu schnell kaputtgescheuert. Bei der Bettwäsche geht es auch schon wieder zurück zur Baumwolle. Gardienenstoff aus Baumwolle habe ich auch schon hier … – fertig gibt es ja leider fast ausschließlich Kunstfasern. Und für´s Babyzimmer habe ich einen schönen Baumwollteppich in grau mit Sternenmotiv im Auge … – der muß aber erst noch gekauft werden. Alles eben nach und nach … Schritt für Schritt. Der Wille zählt … .

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      • Danke für die Infos, da muss ich mich wohl echt noch ein bisschen mehr informieren…. Aber hast du nicht auch die Erfahrung gemacht, dass viele 100% Baumwolle-Teile wirklich nach wenigen Monaten am Ende sind, während 5 % Elastan-Beimischung für beste Haltbarkeit sorgen? Ich bin wie gesagt nach einigen frustrierenden Erlebnissen (Unterhemden, Rollis, Bettlaken) hier wieder etwas zurückgerudert. Die genannten Produkte (alles bei einem Ökoversand bestellt!) sind alle weniger als 2 Jahre alt und sind im Prinzip nur noch als Notfall-Einsatz geeignet, während Tchibo-Bio-Baumwolle + Elastan-Produkte oder Ikea-Billig-Bettlaken (auch mit Elastan) auch nach Jahren noch tiptop sind. Ich habe Polyester-Unterwäsche, die ist nach 11 Jahren immer noch echt vorzeigbar. Frustrierend, oder? Ich habe das Gefühl, dass Baumwolle einfach zu stark ausleiert. Wahrscheinlich ist man deswegen auch auf die Elastan-Beimischung gekommen. Wenn die Sachen aber nur so wenig langlebig sind, halten wir keine Kaufdiät durch. Hm, was macht man da jetzt am besten? Doch öfter neu kaufen?

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  3. Ich glaube, bei dem Gedankenspiel, ob man jetzt lieber öfter Baumwolle kaufen sollte oder doch Ware mit sythetischer Beimischung, scheiden sich wirklich die Geister … . Will oder kann ich jetzt eher die Umwelt schützen oder ist mir der Aufwand finanziell zu groß? Und bei sogenannter Funktionskleidung gibt es, soweit ich weiß, ja auch bislang keine wirkliche Alternative … . Das Hauptproblem ist, dass aktuell weder die Industrie (Waschmaschinen-Hersteller) noch die Betreiber von Kläranlagen ein wirkliches Interesse daran zeigen, durch spezielle Filter etwas gegen die Mikroplastikflut aus der Wäsche zu unternehmen. Und das finde ich mehr als nur bescheiden … . Denn von jetzt auf gleich würden die synthetischen Fasern ja eh nicht von der Bildfläche verschwinden … .
    Es ist aber manchmal auch einfach die Frage, ob sich nicht vielleicht die Qualität im Allgemeinen verschlechtert hat – zum Beispiel unter anderem deshalb, weil die Mode inzwischen auch so schnelllebig geworden ist. Ich komme jetzt darauf, weil ich ein Poloshirt von einem Markenhersteller besitze, das inzwischen gut und gerne 25 Jahre auf dem Buckel hat und definitiv nicht als Notfall-Einsatz herhalten müßte, weil es immer noch völlig okay ist. Und ich kann mich noch daran erinnern, dass bei meiner 200 x 200 cm-Bettwäsche, die ich bis vor acht Jahren genutzt habe, ein super Bett-/Kopfkissenbezug-Set aus Mako-Satin im Bestand hatte, die ich nicht bügeln mußte, die sich traumhaft anfühlte, sich nicht verzog und äußerst farbbeständig war. Die Sachen sind/waren wirklich zu 100 % aus Baumwolle … . Irgendwie geht/ging es also doch … .
    Es wird aber auch die zunehmende „Geiz ist geil“-Mentalität ihren Anteil dran haben, denn sonst hätten Billig-Klamotten-Läden wie Pxxxxxx und Co. ja gar keine Chance. Bei mir auf der Arbeit habe ich schon öfter zu hören bekommen: „Das ist doch total schick und war sooo billig … – und wenn´s mir nicht mehr gefällt, dann kaufe ich mir eben ein neues Teil bei denen. Für den Preis … .“ Wo da die Qualtität oder die Arbeitsbedingungen bleiben, von den Umweltbelastungen, eventuellen Schadstoffen in der Kleidung selbst usw. ganz zu schweigen … . Meins ist das nicht … . Aber wer gibt mir die Garantie, dass teurer hergestellte Produkte wirklich besser produziert werden bzw. dass die Qualität dann auch tatsächlich besser ist? Ohne Label oder entsprechende Recherche (Tests, Erfahrungsberichte etc.) geht es dann auch wieder nicht.

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    • Ok, ich seh schon, ich sollte 100 % Baumwolle noch ne Chance geben… :0) Die nachlassende Qualität der Sachen hat vermutlich auch genau mit den veränderten Modeansprüchen zu tun: Hersteller wären ja irrational, wenn sie Wert auf Langlebigkeit legten und die Käufer schmeißen es eh nach einem Jahr weg und kaufen was Neues. Also tun wir halt unser Bestes, um diesen Trend zu ändern! Oder zumindest die langlebigen Perlen zu finden! (Apropos: Was war das für eine tolle Bettwäsche? Und was für ein Poloshirt? :0))
      Viele Grüße
      Martina

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      • Hallo Martina,
        das Poloshirt ist von Ellesse, meine Mutter hat aber auch noch welche von Lacoste, Boss oder Armani, die sogar noch älter sind (sie sitzt gerade neben mir) – sie meint so gut 30 Jahre … .
        Die Bettwäsche in 200 x 200 cm habe ich damals bei der Metro gekauft … wenn ich mich richtig erinnere, war sie von Kaeppel. Ich habe sie wirklich sehr geliebt … – irgendwann bin ich dann aber auf die klassische Bettengröße umgestiegen, weil ich meinem Partner die nächtliche Klopperei um die Bettdecke ersparen wollte.
        Ich weiß ja nicht, wie gut die „cradle to cradle“-Bekleidung von Trigema ist – das sind nachhaltig produzierte Sachen, die später sogar kompostiert werden können. Das Sortiment ist allerdings nicht extrem groß und eher sportlich gehalten. Ich spiele ja mit dem Gedanken, da demnächst mal das eine oder andere Kleidungsstück zu erwerben – auch, wenn die Preise erst einmal recht heftig erscheinen … .
        Aber ich will weiterhin so gut wie möglich auf Baumwolle umstellen, wenn die Teile nach und nach den Geist aufgeben – bis jetzt klappt es ganz gut.
        Liebe Grüße,
        Yvonne

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