Drohende Verstaubung

Wir drohen Opfer eines Staubsturms zu werden. Wenn die Kinder über den Teppich sausen oder auf dem Sofa hüpfen wird es besonders brisant. Denn jetzt hat also auch noch unser Staubsauger sein Leben ausgehaucht. Plötzlich gab er nur noch ein schwaches Säuseln von sich. Das brachte mich zu der Frage, ob wir eigentlich einen Staubsauger brauchen?

Bis vor ca. 7 Jahren hatten wir gar keinen. Wir hatten damals 1) keinen größeren Teppich und 2) ein Sofa, dessen Bezug man abnehmen und waschen konnte. Dann kam der kleine Tiger zur Welt, wir wurden dadurch zwangsläufig häuslicher und fanden, ein großes Liegewiesensofa muss her und ein warmer Teppich davor. Eigentlich ausschließlich zum Saugen dieser beiden Gegenstände kam dann der erste Staubsauger in unseren Haushalt. Auch so eine Kaufdiät-Erkenntnis: Jedes Dings macht oft ein anderes Dings erst erforderlich.

Also könnten wir uns fragen: Braucht man Teppiche? Wir haben einen wunder-, wunderschönen Holzboden in unserer Wohnung. Ironischerweise brauchen wir genau deswegen plötzlich mehr Teppiche als in unserer früheren Wohnung. Einige unserer Holzböden sind nämlich extrem empfindlich. Leider besonders der im Kinderzimmer. Der Boden ist 150 Jahre alt. Wir wohnen nicht mal drei Monate hier und ich habe bereits ernste Sorgen, dass er unsere Kinder nicht mehr überlebt. Dieser Boden wurde einfach nicht für Legosteine, Spielzeugautos und fahrbare Playmobilpiratenschiffe gemacht. Freundlicherweise hat uns unsere Vermieterin, die ihre eigene Wohnung mit Teppichen so gepflastert hat, dass man keinen Quadratzentimeter des wunder-, wunderschönen Holzbodens mehr sieht, einen ihrer zahllosen riesigen Teppiche geschenkt. Er ist so riesig und so schwer, dass leider auch die folgende Überlegung uns nicht weiterhilft:

Braucht man für einen Teppich unbedingt einen Staubsauger? Vor unserem Auszug aus der alten Wohnung habe ich unseren Teppich auf dem Weg zum Möbeltransporter einmal über die Teppichstange im Hof gehängt und geklopft. Nach einem halben Asthmaanfall in der Staubwolke nach den ersten 10 Klopfern wurde der rote Teppich plötzlich ganz grau. Das war der Staub, der sich aus dem Hochflor allmählich nach oben arbeitete. Der Teppich war übrigens ausgiebig frisch gesaugt. Ich habe daraufhin die Abschaffung von jeglichen Teppichen ernsthaft erwogen. Nun ja, jetzt haben wir sogar einen mehr, den wir aufgrund seiner gigantischen Dimensionen kaum von der Nachbarwohnung in unsere hieven konnten, geschweige denn zum Klopfen jede Woche aus dem vierten Stock zur Teppichstange und zurück. Also ganz ohne Staubsauger geht es nicht.

Auch unser Sofa wollen wir jetzt nicht abschaffen und durch ein Ledersofa ersetzen.

Eine weitere Überlegung wäre eine Sharing-Lösung. Warum brauchen wir eigentlich einen eigenen Staubsauger, wo wir doch höchstens einmal die Woche zwei Teppiche und ein Sofa damit absaugen? In unserer früheren Wohnung hätten wir ein so gutes Verhältnis zu Nachbarn gehabt, dass wir sie im Rahmen einer kleinen Einladung zu einem abendlichen Bierchen wahrscheinlich mühelos von den Vorteilen einer solchen Lösung überzeugt hätten. Aber hier sind wir im Haus noch neu und haben gerade von unserer Vermieterin einen Teppich geschnorrt. Da will ich jetzt nicht gleich wieder wegen einem Staubsauger-Sharing andackeln. Und die anderen Nachbarn sollten wir vielleicht auch erstmal ohne Staubsauger-Anfrage etwas kennenlernen.

Also habe ich mich um eine Reparaturmöglichkeit gekümmert und dabei zweierlei gelernt: Dass es nämlich erstens, auch wenn wie in unserem Fall das letzte Repaircafé gerade drei Tage vor dem Hinscheiden des Staubsaugers stattfand, freundliche Reparateure für 6 € die Stunde zu den Öffnungszeiten des hiesigen Werkraums zur Verfügung stünden. Und dass es außerdem zweitens einen Bosch-Kleingeräte-Reparaturservice in unserer Stadt gibt. Beides finde ich ungemein beruhigend.

Obwohl sich dann drittens noch eine weitere Möglichkeit auftat: Meine Mutter findet nämlich, dass sie einen Staubsauger nicht braucht, weil ihr das Saugen eh zu anstrengend ist und sie deswegen auch schon gar keine Teppiche mehr hat. Wir konnten also ihren übernehmen. Ich werde mich aber trotzdem um die Reparatur unseres Staubsaugers kümmern, weil ich dem ollen Ding meiner Mutter dauerhaft nicht traue und wir ein besseres Modell haben. Aber so blieb uns erstmal gottlob eine weitere Verstaubung erspart! Nebenbei gesagt: Ohne Kaufdiät hätten wir vermutlich ohne auch nur mit meiner Mutter über kaputte Staubsauger zu reden oder überhaupt nur auf die Suche nach Reparaturmöglichkeiten zu gehen, einfach auf der Stelle einen neuen bestellt.

 

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5 Gedanken zu “Drohende Verstaubung

  1. Letztens beim Staubsaugen kam mir die Erkenntnis, dass unser Staubsauger schon seit 8,5 Jahren für uns saugt und davor bestimmt auch schon 5 Jahre für meine Mutter gesaugt hat. Alles ohne Beutel und ohne Saugkraftverlust. 😉 Jetzt weisst du bestimmt welche Technologie ich zum Saugen empfehlen würde.

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    • Also wenn man sie halbwegs pfleglich behandelt, halten auch weniger teure Staubsauger lange.
      Ich hatte einen von AEG, der 17 Jahre klaglos gesaugt hat.
      Dann passierte es: Ich wollte eine neue Tüte reintun, habe die alte rausgeholt und weggeworfen, gehe an den Besenschrank – Tütenpackung alle. Ok, muss ich demnächst eine neue besorgen. Bevor ich das tun konnte, hatte sich meine Tochter in meiner Abwesenheit den Sauger geschnappt und wollte saubermachen. Sie hat’s zwar schnell gemerkt, daß da was nicht stimmte, aber offenbar war da schon so viel Sand in’s Getriebe geraten, daß der arme Sauger wenige Tage später sein Leben knirschend aushauchte. Ich wette, sonst hätte der bei mir auch den 25. gefeiert…
      Klar, ist schön, wenn man keine Tüten braucht, aber die „gewöhnlichen“ arbeiten ggf. auch seeeeehr lange…

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  2. Pingback: Im Reparaturwahn | KAUFDIÄT

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