Nutzen statt ausmisten (II)

Viele unserer Gegenstände sind im Grunde Langzeitarbeitslose. Sie sind irgendwann aus ihrem aktiven Erwerbsleben ausgeschieden, weil wir einen jüngeren Gegenstand eingestellt haben. Oder einen, den wir für qualifizierter halten. Oder es bestand einfach kein Bedarf mehr an ihrer Qualifikation. Statt diese bedauernswerten Dinge auszumisten, kann es sich auch lohnen, sich mit ihrer Wiedereingliederung zu beschäftigen. Hier also wieder ein paar unserer Erfahrungen, wie man Ausmistkandidaten wieder nutzen kann:

Erfolgreiche Wiedereingliederungen von arbeitslosen Gegenständen:

  1. alter Spiegel:
    zusammen mit einem fast ebenso alten Tuch über einem relativ hässlichen Hocker ergibt der Spiegel einen netten Beistelltisch. Damit konnten sogar drei Dinge zugleich erfolgreich wieder eingegliedert werden.
  2. Gewürzregal
    seit Jahren nicht mehr als solches im Einsatz, stand schon wiederholt auf der „Abschussliste“, ist auch schon etwas abgewrackt. Fand zunächst längere Zeit als Badeessenz-Aufbewahrungssystem neben der Badewanne einen neuen Verwendungszweck und ist jetzt in der neuen Wohnung zum Zeitschriftenständer mutiert, nachdem ich in einem Vintageladen sowas ähnliches gesehen hatte (muss nur noch an die Wand gedübelt werden, sobald ich mir über den genauen besten Platz klar geworden bin).
  3. alte Plastik-Spielzeugkisten
    stammen noch aus meiner Kindheit (man beachte den Original Thomas-Häßler-Aufkleber aus dem WM-Jahr 1990!), haben bei meiner Schwester irgendwo in staubigen Ecken überlebt und sind bei Weihnachtsbesuchen getarnt als Krams- und Geschenketransportmittel diskret in unseren Haushalt hinein ausgemistet worden. Dienen jetzt wieder der Spielzeugaufbewahrung. Sie sind nicht schön und aus Plastik. Aber sie sind nach über 30 Jahren noch voll einsatzfähig – eine Lebensdauer, die man von den schicken plastikfreien Bastkörben, die wir im Kinderzimmer sonst im Einsatz haben, leider nicht erwarten kann. Kaputte Körbe (< 3 Jahre alt!) werden deshalb jetzt mit meinen Uralt-Spielzeugkisten erfolgreich ersetzt.
  4. der uralte Wecker, ersetzte eine Zeit lang die kaputt gegangene Küchenuhr und ist nun seit kurzem auch wieder als Wecker im Einsatz, weil sich die Kinder plötzlich einen Wecker gewünscht hatten.
  5. die Babybadewanne: wollten wir schon öfters an werdende Eltern verschenken, wollte aber glücklicherweise nie jemand. So kann sie jetzt die Stelle des kaputt gegangenen Wäschekorbs einnehmen. Leider ist sie etwas sperrig und nicht so schön zusammenzuklappen. Aber eigentlich geht es so ja auch…

Also es lohnt sich, immer wieder mal seine alten Bestände zu sichten und frei gewordene Stellen mit ehemaligen Langzeitarbeitslosen zu besetzen!

 

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6 Gedanken zu “Nutzen statt ausmisten (II)

  1. Ich bin auch dafür, Dinge weiterzubenutzen anstatt auszusortieren. Besonders, wenn sie aus Plastik sind wegen der viel zu langen Lebensdauer dieses Materials.
    Daher finde ich es toll, dass ihr sagt:“ Was wir haben, brauchen wir uns nie wieder anschaffen. Wir benutzen sie weiter oder zweckentfremden sie, um ein bestehendes Problem zu lösen.“ Bei meinen eigenen Bemühungen, mein Leben zu vereinfachen, komme ich aber immer wieder an einen Punkt, den ich mit einem o.g. Gegenstand als Bsp. veranschaulichen will: Ich habe ein Gewürzregal übrig, das ich aber als Zeitschriftenständer nutzen könnte. Wenn ich allerdings keine Zeitschriften hätte, die sich ansammeln, bräuchte ich auch keinen Ständer für sie, den ich zudem immer wieder putzen müsste.
    Wenn ich keine Dinge hätte, die ich eigentlich nicht gebrauche, müsste ich mich auch nicht mit ihnen befassen. Leider habe ich aber nun mal irgendwann diese Sachen gekauft und besitze sie nun. Ein Dilemma (wenn niemand anderer diese Dinge haben will)!

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    • ja, dann bist Du in Sachen Minimalismus wohl schon ziemlich weit fortgeschritten! Herzlichen Glückwunsch!
      Auf der anderen Seite kommen uns diese Ideen meistens auch erst im Laufe der Zeit. Solange dümpeln die Sachen halt auch unausgemistet bei uns rum, bis uns eines Tages einfällt, was für einen Bedarf sie dann doch decken könnten.
      Und wer weiß – vielleicht findet sich ja auch doch irgendjemand, der sie möchte. Hast du schon mal versucht, sie in einer Verschenkkiste auf die Straße zu stellen? (bietet sich jetzt im Frühjahr wieder an….) und ansonsten ist ja unser Fazit aus dem Dilemma: Einfach nichts mehr kaufen, dann bleiben einem diese Probleme wenigstens in Zukunft erspart! :o)
      Viele Grüße
      Martina

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  2. Durch die Haushaltsauflösung ist mir wieder sehr deutlich vor Augen geführt worden, dass _alles_ am Ende auf dem Müll landet. Egal, was ins Haus kommt: es ist praktisch schon Müll (soferns nicht gegessen bzw. verbraucht wird 😉 ). Deshalb mach ich das auch wie ihr: erst mal schauen, was schon da ist, was irgendwie verwendet/abgewandelt/umfunktioniert werden kann. Und es macht sogar Spaß – diese „Wiedereingliederungsmaßnahmen“ 🙂

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    • genau das war auch die Erkenntnis, die uns zur Kaufdiät gebracht hat: Letztlich endet alles was wir kaufen, leider meist früher als später auf dem Müll! Schön, dass du auch Spaß an Wiedereingliederung gefunden hast! Das zögert das unabwendbare Müllschicksal wenigstens noch etwas raus und erspart den Kauf von weiterem zukünftigen Müll!
      Viele Grüße
      Martina

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  3. Wow! Danke für das Kompliment! Ich denke, ich bin im Kopf schon viel weiter fortgeschritten als in der Realität, aber immerhin.
    Der Gedanke, dass es viel schöner wäre, manche Dinge nicht zu haben, weil ich mich dann nicht mit ihnen befassen muss, kam mir das letzte Mal beim gründlicheren Wohnungsputz. Ich mag Putzen nämlich nicht so gerne. Und je mehr ich besitze, desto mehr Arbeit und Zeitaufwand ist es. Das ärgert mich unglaublich, wenn mir bewusst wird, dass ich vieles eigentlich weder nutze noch haben will.
    Eine Verschenkekiste wollte ich schon seit langer Zeit mal machen. Ich werde es probieren.
    Ja, beim Überlegen, ob ich etwas kaufen soll, mache ich mir nun viel länger Gedanken darüber, ob ich es wirklich brauche, wie lange ich es nutze, wieviel Ressourcenverbrauch und Verpackung damit einhergehen und wie ich es viel später wieder loswerde, wenn ich es nicht mehr haben will oder es nicht mehr zu gebrauchen ist. Es gibt noch Fehltritte, wenn ich doch mal einer Verlockung nachgebe, aber sie werden kleiner und seltener. Das werte ich als Fortschritt.

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    • das ist doch wirklich ein toller Fortschritt! Und das mit dem Putzen und vor allem dem Aufräumen ist wirklich ein gewichtiges Argument! Nachdem sich unser Haushalt durch kaputt gehende Dinge allmählich von Gegenständen entleert, die mangels festem Platz immer irgendwo rumstanden (z.B. unserem Tablett), jetzt in dafür vorgesehene Stauräume passen (z.B. unsere weniger werdenden Schuhe) und ja dank Kaufdiät auch keine neuen Sachen dazukommen, kann ich hier nach einem Jahr Kaufdiät erste Erfolge spüren! Vieles ist wesentlich ordentlicher bei uns geworden! Das ist doch ein Ansporn, oder?
      Viele Grüße
      Martina

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