Minimalisten-Hymne

Society

Society

Oh, it’s a mystery to me
We have a greed with which we have agreed
And you think you have to want more than you need
Until you have it all you won’t be free

Society, you’re a crazy breed
Hope you’re not lonely without me

When you want more than you have
You think you need
And when you think more than you want
Your thoughts begin to bleed
I think I need to find a bigger place
Because when you have more than you think
You need more space

Society, you’re a crazy breed
Hope you’re not lonely without me
Society, crazy indeed
Hope you’re not lonely without me

There’s those thinking, more-or-less, less is more
But if less is more, how you keeping score?
Means for every point you make, your level drops
Kinda like you’re starting from the top
You can’t do that

Society, you’re a crazy breed
Hope you’re not lonely without me
Society, crazy indeed
Hope you’re not lonely without me

Society, have mercy on me
Hope you’re not angry if I disagree
Society, crazy indeed
Hope you’re not lonely without me

 

In den letzten Monaten gab es bei uns viel Kaufdiät-Krisen-Stimmung. Aber manchmal fließt uns dann aus unerwarteter Ecke wieder Inspiration und Euphorie zu, wie von diesem Song, den ich jahrelang total vergessen hatte, weil die CD unauffindbar verschwunden war. Jetzt wiederentdeckt… Danke, Eddie! Du hast so recht!

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Das Gutschein-Problem

Gutscheine sind inzwischen zu großen Herausforderungen für uns geworden: Zu Weihnachten 2016 haben alle Mitarbeiter von unserem Chef einen Gutschein der lokalen City-Initiative in Höhe von 44 Euro erhalten. Bis heute hatte ich wegen der Kaufdiät einfach keine Gelegenheit, diesen einzulösen. (Bei der einzigen Gelegenheit, den Urlaubsnotkäufen, unserem großen Fehltritt im August, sind wir so hektisch losgestürzt, um am Tag vor der Abreise um 18 Uhr noch schnell den kaputten Rucksack und die kaputten Turnschuhe zu ersetzen, das wir den Gutschein ganz vergessen hatten). Jetzt habe ich zu Weihnachten 2017 schon wieder einen bekommen. Was mache ich nun?

Der Initiative angeschlossen sind über 100 Läden in der Stadt, darunter auch große Kaufhäuser und Läden, die ich früher oft frequentiert habe. Also daran liegt es eigentlich nicht. Es liegt auch nicht nur an unserer Kaufdiät: Einen Gegenstand pro Monat dürfen wir ja kaufen. Es liegt eher daran, dass wir einfach nichts mehr aus all diesen Läden brauchen. Die meisten Dinge, die wir kaufen wollen, können wir auch gebraucht z.B. bei Ebay Kleinanzeigen bekommen. Oder ich möchte gern ein nachhaltiges Produkt, z.B. bei Kleidungsstücken, dass ich irgendwo bestellen muss, weil es das hier in der Stadt sonst nicht gibt (bei meinem Schuhkauf im November habe ich zunächst alle Ökoläden vor Ort erfolglos gecheckt und auch das Fairpone konnte ich in der Stadt überhaupt nicht bekommen.)

Andere Dinge, die in letzter Zeit kaputt gegangen sind und die ich vor einem Jahr vielleicht noch für dringenden Ersatzbedarf gehalten hätte, sehe ich inzwischen  entspannt unseren Haushalt verlassen und vermisse sie nach einer Woche nicht einmal mehr. Auf andere Dinge (z.B. eine Sonnenbrille für mich) verzichte ich nun eh schon so lange, dass das dringende Kaufbedürfnis auch schon nachgelassen hat.

Na ja, irgendwann wird sich vielleicht nochmal was ergeben. Also liebe Freunde, schenkt uns bitte keine Gutscheine! Wir haben ein echtes Einlöseproblem…

Und an dieser Stelle kann ich vielleicht auch endlich mal das tollste Geschenk von allen würdigen. Einige Freunde machten sich Gedanken, was ich zwar irgendwie bräuchte, mir aber wegen der Kaufdiät versage. Und bekam daraufhin einen wunderschönen Geldbeutel mit eingraviertem Namen geschenkt! Mein alter Geldbeutel, aus dem bei jeder Gelegenheit die Münzen schon an allen möglichen Stellen rauspurzelten, konnte nun wohlverdient in Rente gehen. Vielen Dank!!! Solche Geschenke kann man so richtig genießen, wenn man Kaufdiät macht. Wie man sich überhaupt viel mehr über Geschenke freut als früher. Besonders über ganz praktische.

 

Kreative Alternative II

Wieder mal habe ich unsere Flohmarkt-Kiste geplündert, ich der ich alles sammle, was ich eigentlich für Ausmistkandidaten gehalten habe (die Kiste ist mittlerweile wieder halb leer, da sieht man mal…). Ich habe nämlich in einem Anfall von spontanem Dekorationsbedürfnis Blumenvasen gebraucht, die ich nicht hatte. Also habe ich mal unseren Haushalt gescannt, was sich hier so alles als kreative Alternative eignet. Hier eine kleine Bildergalerie, was sich das so an Lösungen gefunden hat:

Zum Einsatz sind gekommen: Komische Bierhumpen, die irgendwie als Mitbringsel zu uns gelangt und schon längst in der Ausmistkiste gelandet waren. Glas-Baby-Fläschen, die ich glücklicherweise auch nicht weggeworfen hatte, Glas-Bügelfaschen, die ich mal für die ultimative Plastikflaschen-Alternative gehalten habe, die sich aber so schlecht reinigen ließen, sowie verschiedene hochwandige Lebensmittel-Behältnisse, die grad leer waren.

Sollte mich mal die Bastelwut packen, könnte ich mir hier noch weitere Verschönerungen dieser Gefäße vorstellen (mit Schnur umwickeln, bemalen, mit Bastarrangements dekorieren, bekleben….). Aber so finde ich sie eigentlich auch schon ganz schön, wie sie sind.

Fazit:

a) Neue Blumenvasen brauchen wir erstmal nicht.

b) Man sollte nichts, aber auch wirklich gar nichts wegwerfen…

Minimalismuserfolge

Bevor wir das neue Kaufdiät-Jahr mit vielen guten Vorsätzen beginnen, zunächst noch einmal der Blick zurück: Ein weiteres Jahr Kaufdiät, was hat es gebracht? Sind wir wirklich minimalistischer geworden? In einigen Bereichen auf jeden Fall. Zeit, das auch einmal zu würdigen…

  1. Ich besitze nur eine einzige Winterjacke, nämlich einen Wintermantel. Alternativ nutze ich als „Backup“ eine Outdoor-Regenjacke, die ich das ganze Jahr als Regenjacke nutzen kann und die ich bei Kälte einfach mit einem darunter getragenen Fleece kombiniere. Komme mit diesen beiden Jacken bis jetzt ziemlich gut klar.
  2. Der geduldigste Ehemann von allen hat nur ein einziges Paar Winterschuhe. Für Business und Freizeit. Also wenns weiter so wenig schneit, reicht das vielleicht noch, ansonsten mal sehen, wie weit wir damit diesen Winter noch kommen.
  3. Überhaupt Schuhe: Der gesamte Schuhbestand unserer vierköpfigen Familie inkl. sämtlicher Wanderschuhe, Joggingschuhe, Stiefel, Sandalen, Hausschuhe, Gummistiefel… passt inzwischen in ein einziges hohes schmales Billy-Regal. Das Schuhputzzeug ist auch noch in diesem Schrank. Das hat schon bei einigen unserer Besucher, die sich fragten, wo eigentlich unsere Schuhe sind und wo sie ihre abstellen sollen, großen Respekt hervorgerufen.
  4. Wir haben lediglich zwei 90cm breite Kleiderschränke und zwei halbhohe Kommoden für die gesamte Familiengarderobe. Ich hatte erwartet, dass es mit dem Wachstum der Kinder hiermit bald etwas zu eng wird, aber bisher langt es ganz gut, auch dank unserer Kaufdiät… Das mag einem vielleicht immer noch viel erscheinen, wenn man diese Fotos von Minimalisten-Kleiderstangen mit drei Blusen, zwei  Strickjacken und drei Röcken drauf sieht, aber in diesen Schränken sind auch noch unsere Jacken der jeweils nicht aktuellen Jahreszeit. Und na ja, Luft nach oben (bzw. in diesem Fall unten) gibts vermutlich immer… Wir arbeiten dran!
  5. Geschirr: Hier ringe ich jedes Mal, wenn wir Besuch bekommen mit mir, ob es denn nun wieder für alle reicht oder ich nicht doch noch schnell bei Ebay Kleinanzeigen oder im Flohmarktlädle mal nach einem alten Service Ausschau halte. Hat bisher aber doch immer irgendwie gereicht. Wir speisten auch bei der letzten Party wieder 10 Kinder und ihre Eltern mit unseren 6 großen, 8 kleinen und 4 tiefen Tellern. Ok, für einige Kids haben wir auf kleine Dessertschüsselchen zurückgegriffen.
  6. Plastikkörbe: Ich bin stolz darauf, dass ich die Zahl der Plastikkörbe und -kisten in unserem Haushalt kontinuierlich senken kann. Die sind ja doch an erstaunlich vielen Stellen im Einsatz (Wäschekörbe, Spielzeugkisten, Mülleimer…). Kaputt gehende Kisten werden so lange wie möglich weiter genutzt. Und da unser Haushalt allmählich ja noch minimalistischer werden soll, habe ich für die, die bald endgültig den Geist aufgeben werden, schon einen Ersatz im Blick, den ich an anderer Stelle wegrationalisieren will. Kann sein, dass wir dafür sogar mal was ausmisten…
  7. Kleinmöbel: Hier habe ich jetzt ein Jahr lang erfolgreich der Versuchung widerstanden, unsere große neue Wohnung mit kleinen Tischchen, Schränkchen, Bänkchen, Truhen… vollzustellen und statt dessen eine gewisse Leere zugelassen oder wie im Falle des z.B. nötigen Telefontischchens mit Karton und Stoff oder bei unserem Garderobenbänckchen mit Plastikkisten, einem Schnittrest unserer Küchenarbeitsplatte und einer Decke improvisiert. Daran haben wir uns so gewöhnt, dass wir das eigentlich gar nicht mehr ändern müssten, finde ich… Überhaupt hat trotz unserem Umzug vor einem Jahr kein einziges neues Möbelstück den Weg in unsere Wohnung gefunden (außer einem größeren Kinderbett, weil der Tiger aus dem Kleinindbettchen jetzt wirklich rausgewachsen war…). Das ist schon eine Leistung, weil so eine neue Wohnung ja doch immer viel Potenzial und Verlockung für Veränderung bietet… Da werde ich auch irgendwann schwach werden, denn ich träume von einem alten Buffetschrank für unsere Diele…
  8. Garderobe: Haben wir nicht. Da unsere (riesige) Diele gleichzeitig unser Esszimmer ist, wollte ich hier eigentlich ohne Jacken und Schuhkrimskrams im Blick speisen. Deswegen haben wir die Garderobe einfach wegrationalisiert. Unsere Jacken bringen wir alle brav ins Schlafzimmer, wo wir die aktuell genutzten Jacken an einen Kleiderständer hängen. (Alle anderen sind im Schrank). Die Schuhe stellen wir alle gleich beim Reinkommen in unseren Billy-Regal-Schuhschrank, der zwei Türen hat, damit man das Schuhgedöns nicht sieht. Was eigentlich ein Kaufdiät-Provisorium war, hat sich jetzt so eingebürgert, dass ich nie mehr eine Garderobe möchte. Sieht nur immer chaotisch aus. Und wir haben uns und die Kinder jetzt ganz toll mit dem sofortigen Aufräumen diszipliniert. Wenn wir Gäste haben, dürfen die ihre Jacken auch mal auf unser Bett im Schlafzimmer legen. Schuhe von Gästen bleiben einfach draußen vor der Tür stehen. Garderobe braucht man also eigentlich nicht.

So, das war alles, was mir jetzt so ad hoc eingefallen ist. Man soll sich auch mal an seinen Erfolgen freuen! Unsere Misserfolge bejammern folgt dann in einem unserer nächsten Beiträge… Auf ein neues Kaufdiät-Jahr 2018!