Minimalismuserfolge

Bevor wir das neue Kaufdiät-Jahr mit vielen guten Vorsätzen beginnen, zunächst noch einmal der Blick zurück: Ein weiteres Jahr Kaufdiät, was hat es gebracht? Sind wir wirklich minimalistischer geworden? In einigen Bereichen auf jeden Fall. Zeit, das auch einmal zu würdigen…

  1. Ich besitze nur eine einzige Winterjacke, nämlich einen Wintermantel. Alternativ nutze ich als „Backup“ eine Outdoor-Regenjacke, die ich das ganze Jahr als Regenjacke nutzen kann und die ich bei Kälte einfach mit einem darunter getragenen Fleece kombiniere. Komme mit diesen beiden Jacken bis jetzt ziemlich gut klar.
  2. Der geduldigste Ehemann von allen hat nur ein einziges Paar Winterschuhe. Für Business und Freizeit. Also wenns weiter so wenig schneit, reicht das vielleicht noch, ansonsten mal sehen, wie weit wir damit diesen Winter noch kommen.
  3. Überhaupt Schuhe: Der gesamte Schuhbestand unserer vierköpfigen Familie inkl. sämtlicher Wanderschuhe, Joggingschuhe, Stiefel, Sandalen, Hausschuhe, Gummistiefel… passt inzwischen in ein einziges hohes schmales Billy-Regal. Das Schuhputzzeug ist auch noch in diesem Schrank. Das hat schon bei einigen unserer Besucher, die sich fragten, wo eigentlich unsere Schuhe sind und wo sie ihre abstellen sollen, großen Respekt hervorgerufen.
  4. Wir haben lediglich zwei 90cm breite Kleiderschränke und zwei halbhohe Kommoden für die gesamte Familiengarderobe. Ich hatte erwartet, dass es mit dem Wachstum der Kinder hiermit bald etwas zu eng wird, aber bisher langt es ganz gut, auch dank unserer Kaufdiät… Das mag einem vielleicht immer noch viel erscheinen, wenn man diese Fotos von Minimalisten-Kleiderstangen mit drei Blusen, zwei  Strickjacken und drei Röcken drauf sieht, aber in diesen Schränken sind auch noch unsere Jacken der jeweils nicht aktuellen Jahreszeit. Und na ja, Luft nach oben (bzw. in diesem Fall unten) gibts vermutlich immer… Wir arbeiten dran!
  5. Geschirr: Hier ringe ich jedes Mal, wenn wir Besuch bekommen mit mir, ob es denn nun wieder für alle reicht oder ich nicht doch noch schnell bei Ebay Kleinanzeigen oder im Flohmarktlädle mal nach einem alten Service Ausschau halte. Hat bisher aber doch immer irgendwie gereicht. Wir speisten auch bei der letzten Party wieder 10 Kinder und ihre Eltern mit unseren 6 großen, 8 kleinen und 4 tiefen Tellern. Ok, für einige Kids haben wir auf kleine Dessertschüsselchen zurückgegriffen.
  6. Plastikkörbe: Ich bin stolz darauf, dass ich die Zahl der Plastikkörbe und -kisten in unserem Haushalt kontinuierlich senken kann. Die sind ja doch an erstaunlich vielen Stellen im Einsatz (Wäschekörbe, Spielzeugkisten, Mülleimer…). Kaputt gehende Kisten werden so lange wie möglich weiter genutzt. Und da unser Haushalt allmählich ja noch minimalistischer werden soll, habe ich für die, die bald endgültig den Geist aufgeben werden, schon einen Ersatz im Blick, den ich an anderer Stelle wegrationalisieren will. Kann sein, dass wir dafür sogar mal was ausmisten…
  7. Kleinmöbel: Hier habe ich jetzt ein Jahr lang erfolgreich der Versuchung widerstanden, unsere große neue Wohnung mit kleinen Tischchen, Schränkchen, Bänkchen, Truhen… vollzustellen und statt dessen eine gewisse Leere zugelassen oder wie im Falle des z.B. nötigen Telefontischchens mit Karton und Stoff oder bei unserem Garderobenbänckchen mit Plastikkisten, einem Schnittrest unserer Küchenarbeitsplatte und einer Decke improvisiert. Daran haben wir uns so gewöhnt, dass wir das eigentlich gar nicht mehr ändern müssten, finde ich… Überhaupt hat trotz unserem Umzug vor einem Jahr kein einziges neues Möbelstück den Weg in unsere Wohnung gefunden (außer einem größeren Kinderbett, weil der Tiger aus dem Kleinindbettchen jetzt wirklich rausgewachsen war…). Das ist schon eine Leistung, weil so eine neue Wohnung ja doch immer viel Potenzial und Verlockung für Veränderung bietet… Da werde ich auch irgendwann schwach werden, denn ich träume von einem alten Buffetschrank für unsere Diele…
  8. Garderobe: Haben wir nicht. Da unsere (riesige) Diele gleichzeitig unser Esszimmer ist, wollte ich hier eigentlich ohne Jacken und Schuhkrimskrams im Blick speisen. Deswegen haben wir die Garderobe einfach wegrationalisiert. Unsere Jacken bringen wir alle brav ins Schlafzimmer, wo wir die aktuell genutzten Jacken an einen Kleiderständer hängen. (Alle anderen sind im Schrank). Die Schuhe stellen wir alle gleich beim Reinkommen in unseren Billy-Regal-Schuhschrank, der zwei Türen hat, damit man das Schuhgedöns nicht sieht. Was eigentlich ein Kaufdiät-Provisorium war, hat sich jetzt so eingebürgert, dass ich nie mehr eine Garderobe möchte. Sieht nur immer chaotisch aus. Und wir haben uns und die Kinder jetzt ganz toll mit dem sofortigen Aufräumen diszipliniert. Wenn wir Gäste haben, dürfen die ihre Jacken auch mal auf unser Bett im Schlafzimmer legen. Schuhe von Gästen bleiben einfach draußen vor der Tür stehen. Garderobe braucht man also eigentlich nicht.

So, das war alles, was mir jetzt so ad hoc eingefallen ist. Man soll sich auch mal an seinen Erfolgen freuen! Unsere Misserfolge bejammern folgt dann in einem unserer nächsten Beiträge… Auf ein neues Kaufdiät-Jahr 2018!

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Autor: Familie auf Kaufdiät

Wir sind volle Schränke und leere Kassen leid und halten den täglichen Konsumwahnsinn für eines der wesentlichen Probleme dieses Planeten. Deswegen gönnen wir uns als vierköpfige Familie nur noch den Kauf von einer Sache pro Monat. Gar nicht so einfach! Aber eine spannende Erfahrung!

4 Kommentare zu „Minimalismuserfolge“

  1. Vielen lieben Dank für diesen Blog und die Teilhabe an eurer Kaufdiät! Ich freue mich laut über jeden neuen Artikel auf meinem Lieblingsblog und bin immer wieder aufs Neue inspiriert. Ich lebe selbst einigermaßen minimalistisch. Jedoch muss ich aufpassen, nicht in einen Optimierungswahn zu verfallen, um also bspw. die perfekte minimalistische Garderobe zu erhalten. Ich habe genug. Sogar genug, um mich bei jedem Anlass wohl zu fühlen. Und ich will gar nicht mehr. Eure Beiträge machen mir das wieder klar, bringen mich auf Linie und mir meine Ruhe zurück.
    Herzliche Grüße
    Susanne
    P.S.: Kennt ihr/ jemand weitere Blogs, die über dauerhafte Kaufdiäten schreiben? Gerne auch auf englisch. Ich finde immer nur Artikel zum Buy-nothing-year, also einer zeitlich begrenzten und dann „strengeren“ Kaufdiät. Danke!

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    1. Hallo Susanne,
      vielen Dank für das tolle Feedback! Es klingt so, als hättest du auch Interessantes zum Thema Minimalismus zu berichten…. Schreib doch hier gern mal von Deinen Erfahrungen. Und ja: Optimierungswahn ist immer gefährlich. Das wurde mir besonders im letzten halben Jahr bewusst, als mit der Kaufdiät nicht alles so ideal klappte. Da muss man dann aufpassen, dass man, nur weil mal was schief läuft, nicht gleich frustriert klein beigibt.
      Die „extreme“ Kaufdiät für ein Jahr kenne ich auch. Da würde ich inzwischen sagen, das ist sicher irgendwie möglich, wenn man es auf ein Jahr begrenzt. Wir wollen für uns eher was, was langfristig funktionieren kann. Und da kenne ich eigentlich keinen Blog, der das wie wir über alle Bereiche versucht. Einige Blogs, wie z.B. ichkaufnix haben bestimmte Themen, z.B. Kleidung im Blick. Und bei einigen Minimalistenblogs vermute ich auch, dass sie sehr wenig kaufen, das jetzt aber nicht so explizit beschreiben. Aber wenn ich was finde, verlinke ich es auf jeden Fall in meiner Blogroll! Schreib mir gern auch, wenn du noch was Interessantes findest, das interessiert mich natürlich auch sehr!
      Viele Grüße
      Martina

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    1. Hallo Jana, wie schön! Ja, ich war die letzten Monate nicht ganz so blog-aktiv. Manchmal braucht man einfach mal eine digitale Auszeit. Soll jetzt wieder anders werden! Dann wünsche ich Dir weiter viele gute Ideen zu Kaufalternativen! Viele Grüße
      Martina

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