Das Gutschein-Problem

Gutscheine sind inzwischen zu großen Herausforderungen für uns geworden: Zu Weihnachten 2016 haben alle Mitarbeiter von unserem Chef einen Gutschein der lokalen City-Initiative in Höhe von 44 Euro erhalten. Bis heute hatte ich wegen der Kaufdiät einfach keine Gelegenheit, diesen einzulösen. (Bei der einzigen Gelegenheit, den Urlaubsnotkäufen, unserem großen Fehltritt im August, sind wir so hektisch losgestürzt, um am Tag vor der Abreise um 18 Uhr noch schnell den kaputten Rucksack und die kaputten Turnschuhe zu ersetzen, das wir den Gutschein ganz vergessen hatten). Jetzt habe ich zu Weihnachten 2017 schon wieder einen bekommen. Was mache ich nun?

Der Initiative angeschlossen sind über 100 Läden in der Stadt, darunter auch große Kaufhäuser und Läden, die ich früher oft frequentiert habe. Also daran liegt es eigentlich nicht. Es liegt auch nicht nur an unserer Kaufdiät: Einen Gegenstand pro Monat dürfen wir ja kaufen. Es liegt eher daran, dass wir einfach nichts mehr aus all diesen Läden brauchen. Die meisten Dinge, die wir kaufen wollen, können wir auch gebraucht z.B. bei Ebay Kleinanzeigen bekommen. Oder ich möchte gern ein nachhaltiges Produkt, z.B. bei Kleidungsstücken, dass ich irgendwo bestellen muss, weil es das hier in der Stadt sonst nicht gibt (bei meinem Schuhkauf im November habe ich zunächst alle Ökoläden vor Ort erfolglos gecheckt und auch das Fairpone konnte ich in der Stadt überhaupt nicht bekommen.)

Andere Dinge, die in letzter Zeit kaputt gegangen sind und die ich vor einem Jahr vielleicht noch für dringenden Ersatzbedarf gehalten hätte, sehe ich inzwischen  entspannt unseren Haushalt verlassen und vermisse sie nach einer Woche nicht einmal mehr. Auf andere Dinge (z.B. eine Sonnenbrille für mich) verzichte ich nun eh schon so lange, dass das dringende Kaufbedürfnis auch schon nachgelassen hat.

Na ja, irgendwann wird sich vielleicht nochmal was ergeben. Also liebe Freunde, schenkt uns bitte keine Gutscheine! Wir haben ein echtes Einlöseproblem…

Und an dieser Stelle kann ich vielleicht auch endlich mal das tollste Geschenk von allen würdigen. Einige Freunde machten sich Gedanken, was ich zwar irgendwie bräuchte, mir aber wegen der Kaufdiät versage. Und bekam daraufhin einen wunderschönen Geldbeutel mit eingraviertem Namen geschenkt! Mein alter Geldbeutel, aus dem bei jeder Gelegenheit die Münzen schon an allen möglichen Stellen rauspurzelten, konnte nun wohlverdient in Rente gehen. Vielen Dank!!! Solche Geschenke kann man so richtig genießen, wenn man Kaufdiät macht. Wie man sich überhaupt viel mehr über Geschenke freut als früher. Besonders über ganz praktische.

 

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Autor: Familie auf Kaufdiät

Wir sind volle Schränke und leere Kassen leid und halten den täglichen Konsumwahnsinn für eines der wesentlichen Probleme dieses Planeten. Deswegen gönnen wir uns als vierköpfige Familie nur noch den Kauf von einer Sache pro Monat. Gar nicht so einfach! Aber eine spannende Erfahrung!

4 Kommentare zu „Das Gutschein-Problem“

  1. Ich versteh das Problem nicht ganz…du freust dich über einen geschenkten Geldbeutel, weil der alte bereit ist in den Ruhestand zu gehen…weißt aber nicht wie du 2 x 44 EUR einlösen sollst. Ganz eventuell hast du dir selbst so grosse Schranken gesetzt, das du dir keine kleinen Freuden mehr erlaubst. Du solltest nicht so hart mit dir selbst sein, dein Konsumverhalten ist absolut löblich, und dein Blog sehr inspirierend…aber gerade die letzten Berichte hören sich eher gequält an. Es ist nicht verwerflich Gutscheine einzulösen und sich was schönes zu gönnen. Ein paar Flaschen Wein oder Naturkosmetik oder … und feshalb geht das grosse Ganze nicht verloren…du wirst Vorbild für viele sein. LG Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      da hast du sicher recht, das muntert mich jetzt wirklich auf! In den letzten Monaten waren wir tatsächlich sehr frustriert, weil wir das Gefühl hatten, es funktioniert gerade nicht so gut. Aber das ist halt so ein Auf und Ab, mal sind wir ganz euphorisiert, mal fluchen wir… Mit dem Gutscheinproblem hat es aber noch eine andere Bewandnis: Wir versuchen, die wenigen Dinge, die wir kaufen ja auch vor allem gebraucht oder möglichst ökologisch hergestellt zu beschaffen. Da ist es nicht immer einfach, das passende Vor Ort zu bekommen. Wir denken nochmal drüber nach, was wir uns für 2×44 Euro gönnen könnten. Ein paar gute Flaschen Wein ist schon mal eine prima Idee!
      Vielen Dank und viele Grüße
      Martina

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