Lebenslange Jeans-Garantie!

Wir haben sie endlich gefunden – die Jeans, die ewig lebt! Von einer lebenslangen Jeans-Garantie haben wir geträumt, und jetzt gibt es sie tatsächlich: Die Öko-Marke Nudie-Jeans verspricht eine lebenslange Garantie auf alle ihre Jeans! Das haben wir nun auch gleich testen dürfen, weil natürlich ist – wieder einmal – eine unserer Jeans kaputt gegangen. Die weniger als zwei Jahre alte Jeans ist vorne neben dem Reißverschluss aufgerissen, also habe ich sie zum Laden getragen. Kassenzettel hatten wir natürlich nicht mehr, aber das Garantieversprechen von Nudie war offenbar ausreichend. Zuerst hieß es noch, wir müssten die Jeans zu einem Nudie-Repairshop bringen (der nächste war immerhin 60 km entfernt..), aber dann rief uns der Laden doch wieder an und sagte, nach Rücksprache mit Nudie können sie das anders lösen.

Und voilá: Heute konnte ich die reparierte Hose wieder abholen. Überglücklich! Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass man bei einer Jeans ein Loch an prominenter Stelle so weitgehend wieder verschwinden lassen kann. Und gekostet hat es gar nichts! Wie schade, dass das Nudie-Sortiment des Ladens so überschaubar ist, dass wir es evtl. nicht schaffen, nur noch auf diese Marke zurückzugreifen. Ständig kaputt gehende Jeans sind ja unser allerallergrößtes Kaufdiät-Problem, sozusagen unsere schlimmsten Kaufdiät-Hemmnisse. Eine lebenslange Reparaturgarantie würde dieses Problem ein für allemal lösen.

Ganz inspiriert von dem Reparaturerfolg plane ich jetzt auch weitere kaputte Jeans zu einem Schneider zu bringen, in der Hoffnung, die können das besser flicken als ich und so gut wie die Nudie-Reparaturwerkstatt. Wird das nun etwa mein letzter Jeans-Blog-Beitrag sein? Es bleibt spannend…

 

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Einkauf oder Glücksspiel?

Vor langer, langer Zeit, als wir noch keine Kaufdiät machten, kaufte ich einmal drei Paar Schuhe auf einmal (oh mein Gott! Unvorstellbar! Drei!). Zwei Paar waren aus Leder und recht schick. Weil ich für meine Business-Outfits noch ein ganz simples schwarzes, etwas höheres Paar brauchte, kaufte ich noch das Dritte dazu (weil es auch so billig war). Das Ober“leder“ hatte eine seltsame etwas gemusterte Struktur, so dass es gar nicht flächendeckend echtes Leder war. Gefühlt waren das die billigen Schuhe, die man halt schnell noch mitnimmt. Was soll ich sagen? Von diesen drei Paar Schuhen besitze ich nur noch ebendieses dritte Paar. Es begleitet mich nun treu in seinen vierten (oder ist es der fünfte?) Herbst und weil ich nicht mehr viele Schuhe besitze, ist es eigentlich ganzjährig so gut wie ständig im Einsatz, wenn geschlossene schwarze Schuhe gefragt sind. Reißverschluss, Absätze, Material – alles ist noch top. Während seine Kollegen-Schuhe sich längst restlos in ihre Einzelbestandteile aufgelöst haben, läuft dieses Paar unermüdlich weiter.

Es ist einfach wunderbar, solche Produkte zu haben. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mich reißt jeder Verlust eines häufig genutzten, lieb gewordenen Gegenstandes aus meiner Komfortzone. Und das liegt nicht nur an der Kaufdiät. Wenn die geliebte Hose kaputt geht, wünsche ich mir oft nichts mehr, als dass ich diese jetzt genau so wieder finden und kaufen könnte. Am liebsten hätte ich ja genau dieses Produkt behalten.

Wenn ich nun bei zukünftigen Käufen nur wüsste, wie man genau diese unverwüstlichen Produkte identifiziert? Ich hätte niemals, wirklich niemals gedacht, dass diese Schuhe von den gekauften am längsten halten würden. Ich hatte sie für die billigsten gehalten und habe ihnen am wenigsten zugetraut. Ich habe einfach keine Ahnung von Schuhqualität. Das muss ich hiermit eindeutig feststellen. Kaufdiät macht demütig. Marken? Materialien? Alles keine Kriterien, jeder Kauf gleicht einem Glücksspiel… Das habe ich nicht nur bei Schuhen beobachtet, sondern auch bei vielen anderen Produkten. Markenbettwäsche? Sündhaft teure Bio-Bettlaken? Weniger haltbar als IKEA-Standardware. Nachhaltige Unterwäsche? Leider in Sachen Haltbarkeit bislang Tchibo deutlich unterlegen. Es ist frustrierend!!!

Dieses Glücksspiel konterkariert leider teilweise meine Idee, das Geld statt in unnötige Käufe in wirklich nachhaltige Produkte zu investieren. Wobei ich hier auch wunderbare Erfahrungen gemacht habe: Als zwei unserer Matratzenbezüge in der Wäsche kaputt gingen, habe ich im Frühjahr einen wirklich wahnsinnig teuren nachhaltigen Ersatz gekauft (zählte nicht in die Kaufdiät, weil Reparaturbedarf…). Das ist der tollste Matratzenbezug meines Lebens! Am liebsten würde ich jetzt ganz aufs Laken verzichten und mich direkt da rein kuscheln.

Also liebe Hersteller: Wenn wir schon konsumieren sollen, warum produziert ihr so wenig Produkte, die man einfach lieben muss? Was bringt uns die zigste zwar nett gemusterte aber im Grund lieblose Bettwäsche? Wo ist die Unterwäsche, die ich nie wieder ausziehen will? Die Schuhe, in denen ich bis ans Ende der Welt laufen will? (und auch kann?)