Das Projekt

12 Monate, 12 Dinge – mehr wird nicht gekauft! Das versuchen wir seit März 2016.

Schon einige vor uns sind für ein Jahr, drei Monate, beim Kleidershopping… in den Konsumausstand getreten. Wir wollen aber ein Modell, das langfristig funktionieren soll. Und langfristig braucht man eben auch mal neue Socken, eine neue Waschmaschine oder ähnliches. Deswegen lieber ein realistisches Ziel setzen, das man dauerhaft durchhalten kann. Deswegen hier die Regeln unseres ganz persönlichen Projekts:

  • 12 Monate, 12 Dinge: Für unsere 4-köpfige Familie soll insgesamt pro Monat nur eine Neuanschaffung getätigt werden.
  • Zu den Neuanschaffungen zählen alle Dinge außer Lebensmittel, Drogerieprodukte, Schulbedarf und Kinderkleider.
  • Von den Neuanschaffungen sollten so viele wie möglich Second Hand getätigt werden.

Warum wir das tun? Weil uns aufgefallen ist, dass wir sehr viel wertvolle Zeit mit dem Aufräumen, Pflegen, Reparieren, Verstauen, Verwalten unseres zahlreichen Krimskrams verbringen.Brauchen wir das alles eigentlich wirklich? Und gibt es denn wirklich noch so viel, das uns fehlt?

Außerdem: Wir alle geben anderen gern die Schuld an der Misere dieses Planeten: Die Regierung, die Unternehmen… Dabei ist allein der private Konsum von Gebrauchsgegenständen für 60 bis 80 % des globalen Ressourcenverbrauchs verantwortlich (fand kürzlich eine Studie der Norwegischen Universität für Technik und Wissenschaft heraus). Damit soll – zumindest was uns betrifft – jetzt Schluss sein!

Wir haben keine Ahnung, ob unser Projekt praktikabel ist, aber dafür ist es ja ein Experiment, mit dem wir austesten, ob und wie es geht! Für unsere Mißerfolge haben wir sozusagen als Beichtstuhl die Rubrik „Fehltritte, Notfälle und Geschenke“ eingerichtet.

Weiterentwicklung der Regeln: 

In den letzten zwei Jahren mussten wir peu á peu ein paar Anpassungen vornehmen. Da wir nicht nur ein zeitlich begrenztes Projekt machen wollen, sondern herausfinden wollen, wie Konsumverzicht langfristig funktioniert, müssen wir hin und wieder die ein oder andere Vorgabe unseres Projekts an die Realität anpassen… Hier also immer wieder ein Update unserer Erkenntnisse und Regelerweiterungen:

  1. Reparaturbedarf und Ersatzteile werden nicht als gekaufte Gegenstände gezählt. Kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass ein neuer Teekannenhenkel genauso gewertet wird, wie eine neue Teekanne… (siehe auch: Teekanne meines Lebens)
  2. Dinge, die gekauft werden, um den Kauf von Einwegprodukten zu vermeiden, zählen ebenfalls nicht dazu. Denn warum soll ein Mehrweg-Coffee-To-Go-Becher unser „Kaufbudget“ belasten, ein Einwegbecher ab nicht? (siehe auch Zero Waste vs. Kaufdiät)
  3. Virtuelle oder reale Kulturgüter (Ebooks, heruntergeladene Musik oder Filme, Theaterbesuche, Konzerte…) sind ebenfalls von der Kaufdiät ausgenommen. Was wäre das für eine Welt, in der wir unser Geld statt für Krams für Kultur ausgeben würden? Eine tolle Welt, deswegen wollen wir das unterstützen! Deswegen haben wir seit März 2017 auch Bücher wieder von unserer Kaufdiät ausgenommen.
  4. Trotz fleißigen Stopfens hat sich außerdem gezeigt, dass wir mit Socken, Strumpfhosen und Unterwäsche Ausnahmen zulassen müssen. Hier ist der Verschleiß einfach zu hoch und ein Fünfer-Pack Socken würde uns ja ein halbes Jahr weitere Anschaffungen verwehren. Na ja, vielleicht müssen wir auch noch minimalistischer werden und mit drei Paar Socken pro Person hinkommen oder so. Ist aber derzeit (noch) nicht angedacht, deswegen derzeit noch eine erlaubte Ausnahme….
  5. Wegen des kontinuierlichen Wachstums unserer Kinder mussten wir eine weitere Regelanpassung vornehmen: Gegenstände, aus denen sie „herauswachsen“, dürfen ausgetauscht werden (z.B. kleines Fahrrad gegen größeres Fahrrad, kleiner Helm gegen größeren Helm…). Das betrifft leider viel mehr Dinge als wir dachten (Betten, Bettdecken, Matratzen, Autokindersitze, Schlittschuhe, Puzzle, Spiele, Spielzeuge….). In der Regel verkaufen wir die alten Sachen im Second-Hand-Shop oder über Ebay Kleinanzeigen und kaufen dort oder auf Flohmärkten dann auch die „neuen“ größeren Dinge.  Deswegen haben wir das Gefühl, dass dieses „Tauschen“ unserer Kaufdiät durchaus entspricht. Es wird nicht mehr, sondern der Besitz der Kinder kann so einfach „mitwachsen“. Andernfalls hätte unsere Kaufdiät zu einer recht radikalen Reduzierung für unsere Kinder geführt.
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6 Kommentare zu „Das Projekt“

    1. Liebe Birte,
      vielen herzlichen Dank, sowohl für das Feedback wie auch für die Nominierung! Da fühle ich mich sehr geehrt!
      Ich werde mich in meinem baldigen Urlaub mit Deinen Fragen auseinandersetzen, also bitte ich noch um etwas Zeit!
      Besonders freue ich mich auch schon aufs Stöbern, was für weitere Blogs hier noch auf Entdeckung warten! Tolle Idee, dieser Liebster Award!
      Liebe Grüße
      Martina

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  1. Hallo Martina,
    ich habe vor wenigen Tagen zum ersten Mal euren Blog gelesen (war aber vom zero waste/Minimalismus/… schon „angesteckt“, aber noch nicht begonnen), und wir haben beschlossen, es euch gleich zu tun. Vielen Dank dafür, dass du uns dazu inspiriert hast, den ersten Schritt zu tun! 🙂
    LG
    Julia

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  2. Liebe Martina,
    dass ich von der Kaufdiät von Anfang an fasziniert war, weißt du ja bereits!
    Ich war so frei, euer Projekt auf meinem Blog vorzustellen, da ich beschlossen habe, es euch nachzumachen – drückt mir die Daumen, dass ich ebenso eisern durchhalten kann wie ihr!
    Ich hoffe, die Verlinkung geht in Ordnung!
    Viele Grüße,
    Pip

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    1. Hallo Pip, das freut mich ja! Vielen Dank für die Verlinkung! Bist ja auch eine unserer ersten LeserInnen überhaupt und sozusagen „von Anfang an“ dabei. Damals wussten wir ja auch noch gar nicht, ob das alles überhaupt klappen würde und wir das durchhalten können. Na ja, und nach einigen Misserfolgen im letzten Jahr muss ich ja beschämt zugeben, dass wir auch nicht ganz regelkonform durchgehalten haben, was mich immer noch sehr wurmt… Also einfach anfangen. Der Weg ist das Ziel!
      Viele Grüße und viel Erfolg!
      Martina

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